Wenn der vorliegende Band dennoch kein weiteres „Römisches Erinnerungsbuch“ geworden ist, so liegt das an der Disziplin und Kompetenz der Autoren, sicher auch an den methodischen Vorgaben der Herausgeber, vor allem aber an den zahllosen Vorarbeiten der Altertumswissenschaften zu Kultur und Gedächtnis, zur mittelalterlichen und modernen Rezeption der Antike oder zum Gebrauch und Mißbrauch antiker Versatzstücke für politische Zwecke durch die Jahrhunderte.
So ist ein stattlicher Band mit 38 Beiträgen entstanden, der in sieben großen Kapiteln einzelne Charakteristika des Erinnerns in Rom und an Rom zusammenfaßt. Dabei stehen einzelne Erinnerungsorte im wörtlichen Sinn (wie das Forum Romanum, das Kapitol, das Kolosseum) und Monumente (wie die Trajanssäule oder das römische Haus) neben metaphorischen Monumenten (wie Vergils „Aeneis“, das „Corpus Iuris“, aber auch der Römerbrief des Paulus und „Erinnerungslandschaften“ (etwa die Stadt Rom in Republik, Kaiserzeit und Spätantike oder Pompeji), ergänzt durch Beiträge zur Rezeption.
Die Fülle der Themen läßt manches Kapitel inhomogen wirken, aber gerade in der Verzahnung unterschiedlicher Aspekte liegt auch der Reiz dieses Konzepts. Manches aber wiederholt sich zu oft (leider ohne Querverweise) und läßt ein Register vermissen. Insgesamt aber liegt hier ein höchst informatives Buch vor.
Rezension: Eder, Walter





