Die geistlichen Ritterorden des Mittelalters entstanden im Heiligen Land, in Spanien und im Baltikum, um den christlichen Herrschern dauerhafte Unterstützung zu bieten, da die Teilnehmer der Kreuzzüge meist nach kurzer Zeit wieder in ihre Heimatregionen zurückkehrten. Die Ritterorden entwickelten als erster Ordenstyp Strukturen, die einen intensiven Austausch zwischen Herkunfts- und Einsatzregion erlaubten. Menschen, Material, Lebensmittel, Geld und andere Ressourcen mussten von den Ordenshäusern im Westen ins Heilige Land gebracht werden. Die zunehmend adlig dominierten Ritterorden tendierten zu einer Verdichtung ihrer Besitzungen, wie es den spanischen Ritterorden in Andalusien gelang. Der Johanniterorden konnte durch die Eroberung von Rhodos, der Deutsche Orden durch seine Eroberungen im Baltikum eine eigene Landesherrschaft aufbauen.
In den Jahren nach dem Rückzug des Deutschen Ordens aus Siebenbürgen war Hochmeister Hermann von Salza vor allem damit beschäftigt, Kaiser Friedrich II. bei seinen Kreuzzugsplänen zu unterstützen und zwischen dem Kaiser und Papst Gregor IX. (amt. 1227–1241) zu vermitteln, als eine neue Entwicklung eintrat.





