Helmut Gernsheim ist ein Pionier der Fotografie. Geboren 1913 in München, häufte der Fotograf, Fotografiehistoriker und Sammler bis zu seinem Tod im Jahr 1995 unzählige Fotografien an. Den historischen Teil seiner Sammlung besitzt die University of Texas, die zeitgenössischen Fotografien werden von den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim verwaltet. In einer Zusammenarbeit beider Einrichtungen entstand nun die Ausstellung „Die Geburtsstunde der Fotografie. Meilensteine der Gernsheim-Collection”, die in ihrer Verbindung von historischen und zeitgenössischen Aufnahmen nie dagewesene Blicke in die Fotografie des 19. und 20. Jahrhunderts wirft. Über die frühen Daguerreotypien, den Produkten eines der frühesten Fotografieverfahren, werden Interessierte über die viktorianische Epoche bis hin zu den Meisterwerken zeitgenössischer Fotografen geleitet. Die insgesamt 250 Exponate zeigen sowohl Bilder der frühen Kriegsreportage als auch Aufnahmen der Reisefotografie. Zeitgenössische Meisterwerke der Akt-, Architektur-, Reise-, Stadt-, Landschafts- und Portraitfotografie, aber auch experimentelle oder journalistische Bilder offenbaren Einblicke in die verschiedensten Strömungen der Fotografie. Ein Highlight der Ausstellung ist „Blick aus dem Fenser in La Gras“ – die erste Fotografie der Welt. Die Landschaftsaufnahme schoss der Franzose Joseph Nicéphore Niépce im Jahr 1826. Gernsheim spürte die Fotografie, die lange als verschollen galt, 1952 in einem Koffer in London auf. Besucherinnen und Besucher in Mannheim können sie nun erstmals seit 50 Jahren in Europa betrachten.
Foto auf der Startseite: Die Pyramiden von Gizeh, Aufnahme von Francis Firth aus dem Jahr 1859. (Historische Gernsheim-Collection / Harry Ransom Center The University of Texas at Austin)





