Am 6. Februar 1889 war in mehreren Berliner Zeitungen folgende Anzeige zu lesen: „Alle Damen, welche als Kontoristinnen, Kassiererinnen, Verkäuferinnen, Directricen, Expedientinnen usw. mit festem monatlichen Gehalt angestellt sind und einem zu gründenden kaufmännischen und gewerblichen Hilfsverein für Damen beitreten wollen, werden um Angabe ihrer Adresse und Berufes unter X. M. 391 an die Expedition dieser Zeitung gebeten.“ Zweck des Vereins seien: „Rat- und Auskunftserteilung, kostenlose Stellenvermittlung für alle Berufszweige, freie ärztliche Behandlung und Gewährung von Unterstützung“. Die Inserate hatten die prominente Frauenrechtlerin Minna Cauer und der Bankbeamte Julius Meyer aufgegeben. Hunderte von Frauen meldeten sich auf die Anzeige, so dass am 19. Mai 1889 der „Kaufmännische und gewerbliche Hilfsverein für weibliche Angestellte“ in Berlin gegründet werden konnte. Elf Jahre später hatte der Verein bereits 13029 Mitglieder mit Zweigstellen in etlichen Städten.