Der erfolgreiche Feldherr Pompeius hatte anlässlich seiner Siege auf dem Marsfeld, angrenzend an die Innenstadt Roms, einen gewaltigen öffentlichen Komplex errichtet. Am meisten Aufsehen erregte das Theater. Obwohl es in Italien schon lange steinerne Theater gab, hatte man in Rom bisher nur bei Bedarf hölzerne Bühnen aufgebaut. Roms Oberschicht konkurrierte mit immer kostspieligeren Spielen und Bauwerken um die Volksgunst. Um niemandem als Bauherrn einen zu großen Prestigevorsprung zuzugestehen, hatten die Zensoren daher kurzerhand unter dem Deckmantel des Sittenschutzes einen dauerhaften Theaterbau verboten. Pompeius fügte also am obersten Rand des Halbrunds mehrere Tempelchen hinzu. Offiziell deklarierte er das Bauwerk so als Heiligtum mit vorgelagertem Stufenbau – das konnten die Zensoren nicht verbieten. Zu traurigem Ruhm gelangte der Prunkbau elf Jahre später: Als in den angrenzenden Wandelhallen der Senat tagte, so berichten die Quellen, wurde Caesar zu Füßen der Statue seines Gegners Pompeius niedergestochen.





