Im Gegensatz zur hitzigen Debatte um die atomare Bewaffnung der Bundeswehr war der Umgang mit der zivilen Nutzung von Atomenergie in den Wirtschaftswunderjahren noch völlig unbefangen. Dies zeigen vor allem die laxen Sicherheits- und Überwachungsregelungen. Diese erfuhren auch im Bundesatomgesetz von 1960 mit seinen aufwendigeren Betriebsgenehmigungsverfahren für Kahl kaum Korrekturen. Größere Pannen ereigneten sich im 30 Kilometer von Frankfurt am Main entfernten Kraftwerk glücklicherweise bis zur endgültigen Abschaltung am 25. November 1985 nicht. Der vollständige Rückbau, der im Juli 2010 beendet wurde, dauerte übrigens genauso lange wie der eigentliche Betrieb.





