Der Journalist und Historiker gibt uns ein reiches Bild der 30 Jahre des britischen Mandats über Palästina. Sein umfangreiches Quellenmate-rial hat er selbst zu großen Teilen neu aufgespürt. Die sprechenden Einzelheiten, die er dem Meer seiner Quellen entnimmt, ergeben ein in seiner Buntheit unübertroffenes Bild der Träume, Hoffnungen, Tatansätze und Sichtweisen in all ihrer Widersprüchlichkeit, die damals nicht nur zwischen den drei Hauptmächten Palä-stinas, den Juden, Arabern und Engländern, wirkten, sondern auch innerhalb eines jeden dieser Machtblöcke.
Man erfährt dabei allerdings sehr viel über die jüdische Gemeinschaft, nicht wenig über die Briten, viel weniger über die damalige arabische Mehrheit der Landeskinder. Dies mag an der Quellenlage liegen. Die Araber schrieben gewiß weniger, und viel von dem wenigen wurde zerstört.
Das Werk macht deutlich, daß die Behauptung beider Parteien, die Briten hätten einseitig ihre Gegner unterstützt, nicht zutraf. Segev weist nach, daß ohne die Hilfe der britischen Kolonialmacht die jüdische Heimstätte in Palästina nicht zustande gekommen wäre. Er zeigt allerdings auch, wie sich 1936 der arabische und seit 1947 auch der israelische Nationalismus gegen die Mandatsmacht erhoben, was auf beiden Seiten terroristische Formen annahm. Der israelische Historiker zögert nicht, auch die jüdischen Terrorgruppen, die damals blutig auftraten, als solche zu bezeichnen.
Rezension: Hottinger, Arnold





