Torgau war als kursächsische Residenz das politische Zentrum der Reformation und bietet noch heute zahlreiche authentische Orte, an denen die Reformationsgeschichte lebendig nachvollziehbar ist. Dabei war Torgau nicht nur der Sterbeort von Katharina Luther, geb. von Bora, sondern auch die erste Station auf ihrer Flucht aus dem Kloster Nimbschen ins bürgerliche Leben, bei der ihr der Torgauer Ratsherr Leonhard Köppe half. In der Torgauer Stadtkirche St. Marien befinden sich das Grab und die markante Grabplatte Katharinas. Ihr Sterbehaus in der heutigen Katharinenstraße 11 ist seit 1996 als „Katharina-Luther-Stube“ ein Museum und damit weltweit die einzige Gedenkstätte für die Lutherin. Seit 2004 – zur damaligen Landesausstellung – ist das Museum Bestandteil des Torgauer Museumspfades.
Katharina von Bora war eine selbstbewusste und kluge Frau, die die Reformation durch ihr Leben und Wirken mitgeprägt hat. Heute erinnert der jährlich in Torgau stattfindende Katharina-Tag an diese außergewöhnliche Persönlichkeit und rückt ebenso bemerkenswerte Frauen der Gegenwart in den Fokus. Die Verleihung des Europäischen Kulturerbe-Siegels wird im Rahmen des 5. Katharina-Tages (4. – 6. Juli) am 6. Juli um 11.15 Uhr – nach dem Festgottesdienst in der Marienkirche – in der Katharinenstraße 11 stattfinden. Im Anschluss, gegen 11.30 Uhr, lädt die Stadt Torgau gemeinsam mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der Schweizer Botschaft und der Evangelischen Kirchgemeinde zu einer Gesprächsrunde in die Alte Superintendentur in die Wintergüne 2. Unter dem Titel „Dienerin oder Macherin? Frauen der Reformation und heute“ wird die Rolle der Frau in der Gesellschaft von Katharina von Bora bis in die Gegenwart beleuchtet.





