Rund 300 Exponate, unter anderem mittelalterliche Gerätschaften zum Aderlass, Starstichnadeln aus der Augenheilkunde und kunstreiche Salbengefäße aus der Pharmazie (um 1300 v.Chr.), aber auch altbabylonische mathematische Recheninstrumente sowie verschiedene Inszenierungen führen die Besucher durch Medizin, Physik, Astronomie, Chemie, Ingenieurskunst, Pharmazie, Biologie und Mathematik. So beinhaltet die zweite Etage des Museums zum Beispiel eine anhand eines Spiegelsystems nachinszenierte Version der Bibliothek Alexandrias. Zusätzlich dazu wurde mit Schauspielern eine fiktive Unterhaltung zwischen Euklid und Aristoteles gedreht, die sich über ihre Arbeiten unterhalten. Ein weiteres multimediales Detail findet sich in einer Schriftsäule, die einen Simultanflug über Bagdad abspielt.
Auf einer Reise vom Alten Ägypten und Mesopotamien über die klassische Antike bis in die Blütezeit der arabischen Wissenschaften im Mittelalter wird eines besonders deutlich: Der heute so propagierte Gedanke der interdisziplinären Vernetzung ist keineswegs eine Erfindung unseres Jahrhunderts. Es ist bekannt, dass zum Beispiel bereits die alten Griechen naturwissenschaftliche Kenntnisse, unter anderem aus Ägypten, übernahmen. Viele davon gingen in Europa durch den Zusammenbruch des Weströmischen Reichs verloren, wurden aber während des Mittelalters in der arabisch-islamischen Welt weiterentwickelt und stießen dann zur Zeit der Renaissance wieder auf Interesse im europäischen Raum.
„Ex oriente lux?“ präsentiert die vielfältigen Entdeckungen der Naturwissenschaften in ihren jeweiligen Epochen. Gleichzeitig präsentiert sie Informationen zu deren jeweiligen äußerlichen Bedingungen, beispielsweise gesellschaftlicher oder religiöser Art, und beschäftigt sich mit den historischen Wissenschaftszentren wie Florenz, Paris, Bagdad oder Alexandria.
Begleitend zur Ausstellung erscheint im Mainzer Verlag Philipp von Zabern der Begleitband „Ex oriente lux? Wege zur neuzeitlichen Wissenschaft“ auf. Ausgewiesen Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen beschreiben darin bekannte und unbekanntere Ereignisse, die im Lauf der Jahrtausende den Weg zu unserer modernen Wissenschaftsgesellschaft geebnet haben.





