Konstantin verließ wenig später die alte Hauptstadt Rom, um sie nie wieder zu betreten. Was aber stand hinter den beiden Morden? Wahrscheinlich, so vermutet man, ein Macht- und Nachfolgeproblem: Konstantin wollte die Zukunft des Reichs nach seinem Tod sichern. Der älteste, aber illegitime Sohn Crispus, ein äußerst erfolgreicher Feldherr, wäre ein möglicher Nachfolger des Kaisers gewesen, stellte also für die Machtansprüche seiner jüngeren Halbbrüder eine massive Behinderung dar. Nach Konstantins neuer religiöser Überzeugung – er neigte nun dem Christentum zu – sollten aber seine legitimen Söhne dereinst den Staat lenken. Der heidnischen Polemik zufolge hätten die beiden Todesurteile das Gewissen des Kaisers so sehr belastet, dass er Rettung in der christlichen Absolution suchte. Seine christlichen Biographen schwiegen zu dem Drama.





