Vielfarbig, goldglänzend und von überdimensionalem Format: Die Gumbertusbibel gehört zu den eindrucksvollsten und bildreichsten Handschriften des Hochmittelalters. Sie wurde im Jahr 1195 von einer Gruppe frommer Ansbacher für das örtliche Stift St. Gumbertus angekauft. Bemerkenswert ist ihre reiche künstlerische Ausstattung. Neben figürlichen Initialen zieren elf ganzseitige Malereien in Deckfarben die Handschrift. Die Künstler integrierten ihre Miniaturen und Initialen in die Gesamtkonzeption der Ausmalung. Ein individueller Stil ist nur vereinzelt in zeichnerischen und malerischen Details erkennbar. Die Vielfalt der Motive zeugt zudem von einer großen Auswahl vorhandener Bildvorlagen, die vermutlich durch den Tausch illuminierter Handschriften oder durch Abzeichnen bekannter Malereien in das Skriptorium – eine Schreibstube in einem Kloster – gelangten.
Stilistisch steht die Gumbertusbibel einer Gruppe romanischer Handschriften um den farbenprächtig ausgestatteten Nekrolog des Regensburger Stifts Obermünster nahe, der ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist. Die Codices entstanden in Regensburg und im Kloster Windberg, dessen Skriptorium maßgeblich von Regensburg geprägt war. Vergleiche mit weiteren Handschriften aus dieser Werkstatt und mit in Regensburg gefertigten Bauplastiken belegen anschaulich die künstlerische Ähnlichkeit. Insgesamt geben knapp 40 Exponate Einblick in die faszinierende Welt der mittelalterlichen Buchkunst.





