Es muss eine beeindruckende römische Armee gewesen sein, die um das Jahr 235 tief ins germanische Hinterland vorstieß. Rund 200 Kilometer nordöstlich des nächstgelegenen Limes-Kastells wurden die Soldaten in eine Schlacht verwickelt. Die römische Streitmacht war beweglich, sie bestand nur im Kern aus schwergepanzerter Infanterie. Leichte und schwere Reiterei, Bogenschützen und mobile Geschütze ermöglichten eine flexible Kampfführung. Insbesondere die Katapulte, die tödliche Pfeile über weite Distanzen verschießen konnten, müssen die germanischen Gegner in Schrecken versetzt haben.
Seit 2008 werden die Zeugnisse der Ereignisse am Harzhorn, einem Höhenrücken auf der Gemarkung der Gemeinde Kalefeld (Kreis Northeim) im südlichen Niedersachsen, archäologisch untersucht. Die Funde belegen, dass Rom noch in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts in der Lage war, erfolgreich einen gewaltigen Feldzug Richtung Elbe durchzuführen.
Das wirft auch neues Licht auf die beiden vorangegangenen Jahrhunderte. Denn ein solcher Feldzug muss eine längere Vorgeschichte gehabt haben. Voraussetzung ist nicht nur, dass man wusste, wen man an der Elbe bekämpfen wollte, sondern auch, dass Rom in der Lage war, ein dorthin marschierendes Heer mit Nachschub zu versorgen. Über 200 Jahre nach der verheerenden Varusschlacht und dem anschließenden Rückzug der Legionen an den Rhein unter Kaiser Tiberius waren die Römer also in Armeestärke weit jenseits des Limes unterwegs. Zementierte der Sieg des Arminius die Verhältnisse zwischen Römern und Germanen also doch nicht so nachhaltig, wie man lange annahm? …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 04/2013.
Dr. Armin Becker





