Heimliche Einblicke in ein madonnenverziertes Wohnzimmer irgendwo in Mitteleuropa: Der Raum, getaucht in goldenes Licht, wirkt still und andächtig – als könnten die Bilder an den Wänden mehr erzählen als jedes gesprochene Wort. Doch kaum überschreitet man die Schwelle, öffnet sich eine neue Welt: das geschäftige Treiben eines Istanbuler Markts, erfüllt von Gewürzduft und Stimmengewirr, das die Sinne betäubt. Dann gleitet man weiter, lautlos in einer Gondel durch das schimmernde Blau Venedigs, während Paläste vorbeiziehen und die Sonne auf den Wellen tanzt. Schließlich türmt sich der Weihnachtsberg aus dem Erzgebirge vor einem auf – ein kunstvoller Mikrokosmos aus heiligen und weltlichen Miniaturszenen, durchzogen vom Duft frischen Gebäcks und der Magie eines Alltags, der ins Wunderbare kippt.
Wer schon immer davon träumte, einmal quer durch Europa zu reisen, aber nie den richtigen Moment gefunden hat, kann in Berlin-Dahlem mit einem Interrail-Ticket der anderen Art ohne Kofferpacken auf die Reise gehen. Im Museum Europäischer Kulturen (MEK) lässt sich Europa in all seiner Vielfalt durchwandern. Dort materialisieren sich Bräuche, Geschichten, Alltagsleben aus verschiedensten Regionen Europas – griechische Taufkleider neben rumänischen Hochzeitsfotos, venezianische Masken, kurdische Stickereien im Dialog mit deutschen Fastnachtstrachten. In enger Zusammenarbeit mit europäischen Communitys und Initiativen entsteht ein lebendiger Dialog, der nationale und sprachliche Grenzen hinter sich lässt.





