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Filmdiva und Erfinderin
Hollywood vermarktete sie als „The World’s Most Beautiful Woman“. Doch Hedy Lamarr war nicht nur schön, sondern auch smart. Im Zweiten Weltkrieg versuchte sie, mit ihrer funktechnischen Innovation der U.S. Navy zu helfen. Heute gilt der Filmstar Experten als Wegbereiterin von Technologien wie Bluetooth und GPS.
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Es waren Szenen, die den Zuschauern den Atem raubten. Die junge Frau war in idyllischer Waldlandschaft und beim Bad in einem See nackt zu sehen; dass die Kamera aus recht großer Entfernung filmte, nahm der Bildsequenz nichts von ihrer erotischen Ästhetik. Entblößte Frauenkörper hatte man 1933 durchaus schon in Lichtspielhäusern gesehen, wenn auch vielleicht nicht in jenen mit dem höchsten kulturellen Anspruch.
Bahnbrechend war indes, was danach auf der Leinwand zu sehen war: Die junge Frau ist mit ihrem Geliebten allein. Sie sinken auf einem Bett nieder. Die Kamera zeigt ihr schönes Gesicht, die Augen sind geschlossen. Schließlich verkrampft sie sich, ihr Mund ist leicht geöffnet, sie schlägt beide Arme vor ihr Gesicht. Ihre vorher in Großaufnahme gezeigte Perlenkette fällt auf den Teppich neben der Stätte des Beilagers – zerrissen. Defloriert.
Ein handfester Skandal gibt den Startschuss für Hedys Karriere als Hollywood-Star
In der Filmgeschichte war es der erste gespielte Orgasmus. Wie zu erwarten, löste die Szene in dem österreichisch-tschechoslowakischen Spielfilm „Ekstase“ einen Skandal aus. Was heute keinem Kinobesucher oder Fernsehzuschauer den Blutdruck ansteigen lassen würde, war 1933 ein schockierendes Novum. Fast noch mehr empörten sich die Kritiker in Medien, Kulturinstitutionen und vor allem Kirchen darüber, dass die Darstellerin des sinnlichen Glücksmoments bei Drehbeginn erst 17 Jahre alt war. Ihr Name: Hedwig Eva Maria Kiesler.
Auch wenn Fräulein Kiesler in diesem jungen Alter mit dem Film das Metier gefunden hatte, in dem sie es zu Weltruhm bringen sollte, wird sie heute auch als eine Wegbereiterin des digitalen Zeitalters gewürdigt. Denn Hedwig vollbrachte nicht nur eine cineastische Pioniertat, ihr Faible für Technik wirkt heute noch nach, wie eine kurze Recherche im Internet deutlich macht: „bahnbrechende Erfindung, die mobiler Telefonie den Weg bereitet hat …“ (Südwestrundfunk), „… die Technik-Revolutionärin“ (Deutsche Welle), ihre Grundidee „findet sich heute in Funktechniken wie Bluetooth und WLAN wieder“ (Deutschlandfunk); eine Ingenieurspublikation nennt sie kurzum „Lady Bluetooth“ (VDI nachrichten). Stets jedoch wird in biographischen Notizen zu ihr „Erfinderin“ durch Begriffe wie „Diva“, „Hollywoodstar“ oder jene Formulierung überstrahlt, die ihr auf dem Höhepunkt ihrer Karriere anhing: „schönste Frau der Welt“. Berühmt wurde sie als Hedy Lamarr.
Hedwig Eva Maria Kiesler wurde am 9. November 1914 in eine großbürgerliche jüdische Familie in Wien geboren. Ihr Vater war ein erfolgreicher Bankier und Direktor des Wiener Bankvereins, ihre aus Budapest stammende Mutter war Konzertpianistin. Hedwig wurde auf exzellente Schulen geschickt, darunter ein Internat in der Schweiz, doch die Schule war nichts für sie – möglicherweise war sie intellektuell unterfordert. Mit 16 beendete sie ihre Schulkarriere und bewarb sich bei einem Wiener Filmstudio als Scriptgirl.
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Nicht nur bekam sie diesen Job umgehend, aufgrund ihres Aussehens ließ man sie gleich eine kleine Nebenrolle übernehmen: In „Geld auf der Straße“ war sie als verführerisches Mädchen in einem Nachtclub zu sehen. Hedwigs Eltern trugen es mit Fassung, wie sie sich später erinnerte: „Sie waren etwas verstört, aber nicht überrascht. Sie waren nie durch irgendetwas überrascht, das ich tat. Und überhaupt habe ich so viel vom Kino geredet, dass sie eigentlich vorbereitet waren. Mein lieber Vater lachte und sagte: ‚Du bist eine Schauspielerin, seit Du ein Baby warst.‘ Meine Eltern haben mich also nicht gehindert. Sie wollten, dass sich mein Herzenswunsch erfüllt.“
Hedwig erhielt größere Rollen und schließlich die weibliche Hauptrolle in „Ekstase“, die sie weit über die Grenzen Österreichs bekannt machte. Der Film wurde zwar wegen seiner (nach den Standards der Zeit) Freizügigkeit kritisiert, aber auch von Experten positiv bewertet; auf den Filmfestspielen von Venedig bekam er eine Auszeichnung.
Vorübergehend zog sie sich dann etwas vom Filmgeschäft zurück und zeigte ihr Talent auf Wiener Bühnen. In einem von Fritz Kreisler geschriebenen Musical über Kaiserin Elisabeth verkörperte sie ebendiese „Sissy“ – eine Rolle, die rund zwei Jahrzehnte später, dann als Film, eine andere junge Schauspielerin, Romy Schneider, auf den Weg zur Weltkarriere bringen sollte.
Die Ehe mit dem Waffenhändler Fritz Mandl wird für sie zunehmend zum goldenen Käfig
Wie nicht anders zu erwarten, zog eine junge Frau mit Hedwig Kieslers Ausstrahlung und der so zielstrebig erworbenen Berühmtheit das andere Geschlecht in hohem Maße an. Vor allem – bei einer erfolgreichen Schauspielerin eher die Norm als die Ausnahme – reiche Männer. Friedrich Mandl, genannt Fritz, war der drittreichste Mann Österreichs. Über den Quell seines Wohlstands mochte man die Nase rümpfen, über seine Geschäftspartner noch viel mehr: Mandl war Waffenhändler, und zu seinen Kunden gehörten Italiens Diktator Benito Mussolini und in den kommenden Jahren auch Adolf Hitler.
Hedwig verhielt sich bei ihrem ersten Rendezvous mit Mandl eher abweisend. Als Taktik, um des Verehrers Verlangen noch zu steigern, war diese aufgesetzte Sprödigkeit allerdings erfolgreich; Mandl schickte noch mehr rote Rosen in ihre Theatervorstellungen und bombardierte sie mit Einladungen. Der 14 Jahre ältere Mann wusste, dass zwei kräftige Aphrodisiaka zu seinen Gunsten arbeiteten: sein Geld und seine Macht.
Und so kam es, dass Hedwig Kiesler am 10. August 1933 Fritz Mandl in der Karlskirche in Wien heiratete, nachdem sie (mehr oder weniger pro forma) zum katholischen Glauben konvertiert war. Dieses Mal waren ihre Eltern wirklich schockiert. Mandl wollte seine attraktive junge Ehefrau aus der Öffentlichkeit ziehen; er soll versucht haben, alle Kopien von „Ekstase“ aufzukaufen.
Hedwig lebte in einem Schloss, das sie als „goldenes Gefängnis“ bezeichnete. Ihr wurde zunehmend klar, dass Mandl nie zulassen würde, dass sie noch einmal vor einer Filmkamera stehen würde. Allenfalls einige ausgesuchte Gäste, die Mandl einlud, bekamen seine Frau zu sehen. Darunter waren neben Mussolini auch Generäle der nach Hitlers Machtübernahme einer schnellen Vergrößerung entgegengehenden deutschen Wehrmacht. Mandl erwartete von ihr, dass sie als eine Art unnahbare Gastgeberin lächeln und ansonsten still sein würde.
Hedwig war still, aber vor allem war sie eine gute Zuhörerin. Und an das, was sie an den Abenden mit Mandl und seinen Gästen über Waffentechnik zu hören bekam, erinnerte sie sich wenige Jahre später, als die Welt vor Waffen starrte. Vor allem an das, was sie von einem deutschen Ingenieur namens Hellmuth Walter über Torpedos gelernt hatte.
Dann brach sie aus dem goldenen Käfig aus. Sie verließ Mandl und mit ihm Österreich. Wahrscheinlich spielte auch der stetig ansteigende Antisemitismus in ihrer Heimat eine Rolle; kluge Beobachterin, die sie war, dürfte sie in jenem Jahr 1937 eine Vorahnung gehabt haben, dass der in Deutschland regierende Österreicher in naher Zukunft seine Hand nach dem Land seiner Geburt ausstrecken würde.
Geburt einer Ikone: Hedwig Kiesler wird zu Hedy Lamarr
Ihre Flucht schilderte sie später in verschiedenen blumigen Ausführungen, mal sei sie verkleidet als Dienstmädchen, dann wieder beladen mit allen Juwelen und Pelzen, die sie tragen konnte, Mandl entkommen. Über Paris ging es nach London, wo sie – sicherlich nicht zufällig – den 53-jährigen Hollywood-Mogul Louis B. Mayer traf.
Auch über den Verlauf der Unterhaltung mit Mayer gab sie später unterschiedliche Versionen zum Besten. Fakt war, dass sie im September den Oceanliner „Normandie“ mit Kurs Amerika bestieg, und, so erzählte sie in unschuldigstem Ton, „an Bord freundeten – ehrlich gesagt: wie ich gehofft hatte – wir uns an [became friendly], Mr. Mayer und ich.“ Auf der Reise blieb ihnen genügend Zeit, sich einen neuen Namen auszudenken.
Der sich ebenfalls an Bord befindende und ins Exil begebende Wiener Regisseur und Drehbuchautor Walter Reisch beobachtete die Genese einer Stilikone: „[Mayer] mochte ‚Kiesler‘ nicht, das klang ihm zu deutsch. Einige Jahre zuvor war eines der hübschesten Mädchen in Hollywood – noch keine dreißig Jahre alt – gestorben. Ihr Name war Barbara La Marr. Irgendwie gehörte MGM der Name. Louis B. Mayer, nicht im Mindesten abergläubisch, wählte den Namen und sagte: ‚Wir setzen Leben anstelle des Todes.‘ Als wir in Ellis Island ankamen, ging ein Mädchen, schöner als alles, was man in Amerika gesehen hatte, mit Namen Hedy Lamarr die Gangway hinunter: ein Star war geboren.“
Ihr Aufstieg war in der Tat kometenhaft. Binnen weniger Jahre war sie nach Rollen in „Algiers“, „Lady of the Tropics“, „Boom Town“ und „Ziegfeld Girl“ und an der Seite männlicher Darsteller ersten Ranges wie Charles Boyer, Spencer Tracy, Clark Gable und James Stewart einer der großen Stars in Hollywood und eine Stilikone: fast unwirklich schön mit einer leicht exotischen Komponente und einem Hauch von Unnahbarkeit.
In Drehpausen tüftelte sie an mathematischen, technischen und mechanischen Fragestellungen; als Freizeiterfinderin konzipierte sie unter anderem eine verbesserte Verkehrsampel und Brausetabletten zur Herstellung eines limonadenähnlichen Getränks.
Die Ereignisse in Europa verfolgte Hedy mit Entsetzen. Ihre Heimat war im März 1938 von Hitler „heim ins Reich“ geholt worden, noch im gleichen Jahr läutete das Münchner Abkommen das Ende der Tschechoslowakei ein, die ihr als Drehort von „Ekstase“ sehr gut vertraut war. Ein Jahr später brach der Zweite Weltkrieg aus.
Ein Ereignis, über das sie in den Zeitungen der zunächst noch neutralen USA las und das sie zutiefst schockierte, war die Versenkung des Dampfers „City of Benares“ im September 1940 durch ein deutsches U-Boot. Das Schiff hatte zahlreiche Kinder an Bord, die aus Großbritannien nach Kanada in Sicherheit gebracht werden sollten. Die Zahl der Todesopfer wird mit 258 angegeben, darunter 77 Kinder.
Hedy Lamarr begann, sich für Seekriegstechnik zu interessieren. Torpedos benutzten natürlich nicht nur feindliche U-Boote und Überwasserschiffe, sondern auch die Einheiten der U.S. Navy. Zur Verteidigungsfähigkeit ihrer neuen Heimat wollte sie gern einen Beitrag leisten. Lamarr erinnerte sich an das, was sie über Torpedotechnik bei den Soireen ihres Ex-Gatten gelernt hatte.
Pearl Harbor als Wendepunkt: Hedy macht eine Pause von Hollywood
Ihre Gedanken kreisten darum, einen Torpedo für die amerikanische Marine zu entwickeln, dessen Funksteuerung von der Gegenseite nicht gestört werden konnte. Dieses Projekt betrieb sie mit Hochdruck, nachdem die USA mit dem japanischen Überfall auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 zur Kriegspartei geworden waren. In manchen biographischen Notizen findet sich die Behauptung, dass Lamarrs Beschäftigung mit dieser technischen Herausforderung sie dazu gebracht habe, das Angebot der weiblichen Hauptrolle in dem Filmprojekt abzulehnen, das wahrscheinlich das berühmteste jener Jahre wurde: an der Seite eines anderen österreichischen Exilanten, Paul Henreid alias Victor Laszlo, Rick’s Cafe in „Casablanca“ zu betreten.
Stark vereinfachend gesprochen: Lamarr suchte nach einer Lösung, Wellensignale – Funk- bzw. Radiowellen – zu synchronisieren; einer ihrer Bekannten, der Komponist George Antheil, arbeitete bereits seit Längerem an der Herausforderung, Wellen eines anderen Frequenzbereichs, nämlich jene von mit dem menschlichen Ohr vernehmbaren Tönen, auf das Detaillierteste aufeinander abzustimmen.
Die Idee hinter Lamarrs und Antheils Frequenzsprungverfahren
Schon in den 1920er Jahren war Antheil bei dem Versuch, in dieser Blütezeit des Stummfilms 16 mechanische Klaviere untereinander und dann auch noch mit dem musikalisch zu begleitenden Film abzustimmen, auf große Probleme gestoßen. Seine Erfahrungen einer solchen Synchronisation einer größeren Zahl der sogenannten Pianolas brachte er in die regelmäßigen und meist abendlichen Treffen mit Lamarr ein.
Am Ende zahlreicher derartiger Sitzungen stand ein Funksteuerungssystem, das in den Worten seiner Erfinder „ein Paar synchroner Datensätze verwendet, einen an der Sendestation und einen an der Empfangsstation, die von Zeit zu Zeit die Abstimmung der Sende- und Empfangsvorrichtung ändern, so dass ein Feind ohne Kenntnis der Datensätze nicht in der Lage wäre, festzustellen, mit welcher Frequenz ein Steuerimpuls gesendet wird.“ Außerdem merkten sie an: „Darüber hinaus erwägen wir, Datensätze des seit vielen Jahren in mechanischen Klavieren verwendeten Typs zu verwenden, der aus langen Papierrollen mit Perforationen besteht, die in einer Vielzahl von Längsreihen entlang der Lochkarten unterschiedlich positioniert sind.“
Im August 1942 wurde dem Konzept von der amerikanischen Patentbehörde ein Patent erteilt; den Antrag hatte die Schauspielerin unter ihrem damals aktuellen offiziellen Namen als Hedy Kiesler Markey unterzeichnet – der Produzent Gene Markey war für gut zwei Jahre ihr zweiter Ehemann. Als Lamarrs Erfindertätigkeit publik wurde, bezeichnete die „New York Times“ ihre Technologie als „red hot“.
Die U.S. Navy, für die das System eigentlich gedacht war, verzichtete dankend unter dem Hinweis, dass es für die gebräuchlichen Torpedos zu groß sei. Mit seiner Verkleinerung und Weiterentwicklung sollte dies kein Hindernis mehr bleiben: als SCS, secret communication system, wurde es während der Kubakrise 1962 zum frequency hopping in den Torpedos installiert. Als es Mitte der 1980er Jahre von seinem militärischen Geheimhaltungsstatus befreit wurde, griff die Telekommunikationsindustrie zu.
Eine Erfindung ohne Tantiemen, aber mit großer Wirkung
Das Deutsche Patent- und Markenamt ordnet die Bedeutung von Hedys und Antheils Innovation dementsprechend ein: „Mit dem Frequenzsprungverfahren wiesen die beiden ungewöhnlichen Erfinder der Telekommunikation den Weg in die Zukunft: GPS, WLAN, Bluetooth und Smartphones wären ohne dieses Prinzip praktisch undenkbar. Frequenzsprünge ermöglichen es in drahtlosen Kommunikationssystemen, dass viele Benutzer gleichzeitig mit weniger Signalstörungen kommunizieren. Mehrere Signale können die gleiche Frequenz verwenden; falls eines ausfällt oder blockiert wird, springt es zu einer anderen. Bluetooth-Sender nutzen das Verfahren heute über mehrere Funkkanäle hinweg (Frequenzsprung-Spreizbandtechnik bzw. Frequency Hopping Spread Spectrum oder FHSS).“
Verdient haben Hedy Lamarr und George Antheil mit ihrer Technik nichts – was zumindest Hedy dank beträchtlicher Einnahmen aus ihren Filmerfolgen auch kaum nötig hatte. Sie wurde ein Superstar, meist in der Rolle der verführerischen, schwer durchschaubaren Femme fatale. Während der Kriegszeit kamen mehrere Filme pro Jahr mit Lamarr in der weiblichen Hauptrolle heraus.
Hollywood nutzte ihre erotische Ausstrahlung bis zum Anschlag der zeitgenössischen Sittenvorstellungen aus; der Titel der Komödie „The Heavenly Body“ von 1944 mag in seiner Doppeldeutigkeit typisch sein: Wer das Filmplakat sah, wusste sofort, dass Astronomie eine Nebenrolle spielte.
In dem biblischen Drama „Samson and Delilah“ von 1949 glänzte sie so, dass die Zeitschrift „Variety“ schwärmte: „Hedy Lamarr war noch nie so atemberaubend wie heute.“ Doch mit 35 Jahren war sie nach den damals geltenden Vorstellungen der Produzenten von weiblichem Reiz an der Altersgrenze; ihre Karriere lief in der Folgezeit allmählich aus.
1958, mit 43 Jahren, stand sie ein letztes Mal vor der Kamera; in „The Female Animal“ spielte mit dem 36-jährigen George Nader (später in der Rolle des FBI-Agenten Jerry Cotton bekannt) ein jüngerer Schauspieler ihren Lover. Sie erkannte: Times have changed.
Ganz im Stil vieler Hollywoodstars war ihr Privatleben recht turbulent. Dem Waffenhändler Mandl folgten fünf weitere Ehemänner, darunter – als Nummer Vier und nur für ein Jahr – der Schweizer Bandleader Teddy Stauffer.
Als Hollywood hinter ihr lag, wurde sie zunehmend für ihre innovative Leistung gewürdigt. 1997 wurde ihr und (posthum) Antheil eine Auszeichnung, der Pioneer Award der Electronic Frontier Foundation, verliehen; 2014 schließlich wurde Lamarr in die National Inventors Hall of Fame eingeführt. Diese Ehrung erlebte sie nicht mehr; Hedy Lamarr war am 19. Januar 2000 im Alter von 85 Jahren an ihrem Wohnsitz in Florida gestorben. Gemäß ihrem Wunsch wurde ihre Asche im Wienerwald verstreut; unweit der Stadt, in der die bemerkenswerte Reise der Hedwig Eva Maria Kiesler begonnen hatte.
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