Zum ersten Mal Leben und Tod in der eigenen Hand – in einer Unmittelbarkeit, wie sie bei keinem anderen Sport der Fall ist … Ich konnte kein Ende finden – immer wieder ließ ich die Maschine steigen, fallen, wieder steigen … Die Wright-Maschine folgte ja so herrlich leicht auch dem geringsten Steuerdrucke“, so Amelie Beese, genannt Melli, nach einem ihrer Übungsflüge 1911 in Weimar.
Melli Beese wollte unbedingt Pilotin werden. Ihr Weg zum Fliegen wurde zu einem ständigen Kampf gegen vorherrschende Geschlechterrollen und männliche Vorurteile. Denn in den ersten Jahrzehnten der Luftfahrt gelang es nur wenigen Frauen, das Fliegen als Beruf auszuüben. Bis Kriegsausbruch erteilte der Deutsche Luftfahrerverband, der Dachverband der Flugsportvereine, 817 Lizenzen, nur sechs davon gingen an Frauen. Melli Beese war eine unter ihnen – und die erste deutsche Pilotin.





