Ein neues Buch widmet sich nun einem wichtigen Vermittler dieses Wissens: dem Schweizer Kunstmaler Hans Walty. Mit über 400 detailgenauen Aquarellen schuf der Pilzmaler ein Werk, das in seiner Präzision und künstlerischen Qualität herausragend ist. Der Band beleuchtet Waltys Wirken, ordnet die Zeichnungen historisch, mykologisch und künstlerisch ein und präsentiert ausgewählte Tafeln. Der Herausgeber ist der Historiker Hannes Mangold. Er war bei Archivrecherchen ganz überraschend auf Waltys faszinierende Aquarelle gestoßen.
Schon in den frühen 1910er Jahren begann Hans Walty, Pilztafeln zu zeichnen. Als gegen Ende des Ersten Weltkriegs Lebensmittel knapp wurden, entdeckten immer mehr Menschen die heimischen Pilze als willkommene Nahrungsquelle. Auch Schweizer Wälder wurden zum Ziel eifriger Sammler, und in vielen Städten entstanden Pilzmärkte. Die steigende Popularität führte 1919 zur Gründung des „Verbands Schweizerischer Vereine für Pilzkunde“, der ab 1923 die „Schweizerische Zeitschrift für Pilzkunde“ herausgab.
In diesem Umfeld engagierte sich auch Walty. Sein Traum von einem prachtvollen, reich kommentierten Pilzatlas ließ sich zwar nicht verwirklichen, doch der Verband erkannte das Potential seiner Arbeiten: Ab 1942 erschienen Waltys Aquarelle in einer hosentaschentauglichen, günstigen Ausgabe als „Schweizer Pilztafeln“. Sie gehörten bald zur Standardausrüstung und begleiteten Pilzsammler noch bis in die 1980er Jahre in die Wälder.





