Dass auch handwerklich-technische Arbeiten einer soliden, universitären Grundausbildung bedurften, war bis dato eine noch recht junge Erkenntnis. In Paris wurde 1794 die „École polytechnique“ eröffnet, deren ausgezeichneter Ruf sich schon bald in ganz Europa verbreitete. Vorbilder gab es aber auch in der Residenzstadt Karlsruhe selbst, vor allem in der 1808 gegründeten Ingenieursschule von Johann Gottfried Tulla, der mit der Begradigung des Rheins die Beherrschung der Natur mit technischen Mitteln eindrücklich vor Augen geführt hatte. Für die ersten 100 Studenten standen Mathematik, Naturwissenschaften, Maschinenbau und Chemische Technik auf dem Stundenplan. Aber auch die Beschäftigung mit Literatur, Geschichte und Religion sollte gemäß dem bürgerlichen Bildungskanon einen festen Platz haben. Dieses praxisorientierte Karlsruher Ausbildungskonzept stand Pate bei der Gründung vieler polytechnischer Hochschulen im 19. Jahrhundert.





