Jeder zehnte Deutsche besaß bei Kriegsausbruch 1939 einen Fotoapparat. Joseph Goebbels‘ Propagandaministerium rief alle Soldaten dazu auf, sich im Krieg eifrig als Hobbyfotografen zu betätigen. Die Bilder, die von den Kriegsschauplätzen nach Hause gesendet wurden, sollten den Zusammenhalt zwischen Front und Heimat stärken. Die in der Ausstellung gezeigten Fotos und deren Anordnung und Kommentierung in den heimischen Fotoalben dokumentieren die jeweils subjektiven Auffassungen der Beteiligten über den Krieg. Zentrale Fragen, die die Ausstellung anhand von rund 150 Fotoalben aus der privaten Hinterlassenschaft deutscher und österreichischer Soldaten zu beantworten versucht, sind diese: Wie groß war der Einfluss der Propaganda auf die Amateurfotografen? Wie sehr ließen sich die Empfänger in der Heimat durch die Bilder beeinflussen und über die wahre Natur des Kriegs täuschen?
Die Schau ist nach den Niederlanden und Deutschland erstmals in Österreich zu sehen. Im Vorfeld hatten die Ausstellungsmacher Privatpersonen aus Graz und der gesamten Steiermark dazu aufgerufen, erhaltene Aufnahmen der Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Die Resonanz war mit über 100 Rückmeldungen nach Ansicht der Kuratoren erfreulich groß. Somit konnte die Materialsammlung um viele lokale Zeugnisse erweitert werden.





