Die Fotografien aus dem Archiv der Grazer Fotoagentur Blaschka dokumentieren diese Mehrfachbelastung von Frauen – die je nach Milieu sehr unterschiedlich ausfiel. Bürgerliche Haushalte kamen der Idealvorstellung, in der sich die Frau einzig um Haushalt und Familie sorgte, näher als Familien aus der Arbeiterschicht, in denen Erwerbstätigkeit beider Ehepartner selbstverständlich war. Thematisiert wird auch, dass alleinstehende Frauen mit dem kargen Lohn, der in typischen „Frauenberufen“ gezahlt wurde, nur mit Mühe über die Runden kamen. Eine eigenständige wirtschaftliche Existenz war für sie schlicht nicht vorgesehen. Bezeichnend: Viele der gezeigten Bilder wurden nie in Zeitungen veröffentlicht. Arbeitende Frauen blieben, wenngleich sie allgegenwärtig waren, in der öffentlichen Wahrnehmung unsichtbar.





