Mit ihren 20000 Medien‧einheiten hat sich diese Sammlung zum größten internationalen Komponistinnen-Archiv entwickelt. Es ist in „Hoffmanns Höfen“ in Frankfurt angesiedelt und hat bereits eine bewegte Vergangenheit hinter sich. 1979 in Köln von der Dirigentin Elke Mascha Blankenburg gegründet, zog das Archiv 1988 nach Kassel um. Die Kürzung von Fördermitteln zwang zu einem weiteren Ortswechsel. Seit 2001 hat das Archiv nun eine dauerhafte Heimstatt in der Main-Metropole gefunden.
Über Jahrhunderte hinweg wurde Frauen die Fähigkeit zur Kunst abgesprochen, es hieß, sie könnten nicht schöpferisch tätig sein. Um das Gegenteil zu beweisen, haben engagierte Frauen die Werke von Komponistinnen aus mehreren Jahrhunderten zusammengetragen. So schrieb etwa Wilhelmine von Bayreuth die dreiaktige Oper „Argenore“, während Anna Amalia, Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, das Singspiel „Erwin und Elmire“ schuf.
Auch Werke bürgerlicher Komponistinnen wie die von Fanny Hensel, der Schwester Felix Mendelssohn Bartholdys, und die der Pianistin Clara Schumann findet man hier, von Letzterer verwahrt das Archiv auch Brief-Autographen. Hinzu kommen Kompositionen Lili Boulangers, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts als gefragte Tonkünstlerin in Paris wirkte. Die Bandbreite des archivalischen Angebotes reicht bis zu Komponistinnen der Gegenwart wie Felicitas Kuckuk, Olga Neuwirth oder Kaija Saariho, deren erste Oper „L’Amour de Loin“ 2000 bei den Salzburger Festspielen aufgeführt wurde.
Die Werke (Handschriften, Notendrucke, CDs …) sind – auch „online“ – leicht zu recherchieren. Zurückgreifen kann man zudem auf Hochschulschriften, Presseartikel oder Konzertprogramme sowie auf eine bemerkenswerte Plakat- und Postkartensammlung. Das Archiv gibt die Fachzeitschrift „VivaVoce“ heraus.





