Mit 49 Jahren zog sich Engels als Privatier, der von seinen Aktien leben und auch der Familie Marx eine Jahresrente gewähren konnte, aus dem Berufsleben zurück. Seinen Wohnsitz verlegte er 1870 nach London. Zuvor hatte er in Manchester gelebt, wo er nach dem Scheitern der Revolution von 1848 zuerst als Angestellter und dann als Teilhaber eines Textilunternehmens einer „bürgerthümlichen Thätigkeit“ nachgegangen war. Den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 analysierte er in einer umfangreichen Artikelserie, die ihm den Spitznamen „General“ eintrug. In verständlichen Schriften machte er Marx populär, wehrte sich aber zugleich gegen jede doktrinäre Auslegung von dessen Schriften. Über sein Verhältnis zu Karl Marx schrieb Engels einmal in allzu großer Bescheidenheit: „Ich bin Marxens Adjutant. Das Talent neben dem Genie.“ Dabei hatte Engels eine gelehrte Ausstrahlung. Ein russischer Schriftsteller, der Engels 1895 acht Wochen vor dessen Tod aufsuchte, beschrieb ihn als einen „alten Mann von hohem Wuchs“ mit „sympathisch wirkenden Gesichtszügen“ und einem „freundlich-schalkhaften Lächeln“, der einem „emeritierten Professor“ gleiche.
Rezension: Dr. Jürgen Herres





