Diese suchten sich gezielt als Freunde der Muslime bzw. als Verteidiger des Islam zu inszenieren. Durchaus mit Erfolg: 1941 sahen Muslime etwa im Kaukasus und auf der Krim mit Freuden das Ende des verhassten Sowjetregimes gekommen und begrüßten die Deutschen als Befreier, wurde doch ihr Glaube von den Machthabern massiv unterdrückt. Auf der Krim schickten Muslime der Wehrmacht Früchte und Kleidung für „Adolf Effendi“.
Motadel beleuchtet die wenig zutreffenden Vorstellungen der Nazis über den Islam, die gleichwohl funktionierende Instrumentalisierung von Muslimen für die NS-Propaganda, die Mobilisierung islamischer Kämpfer für das deutsche Heer (die geringer ausfiel als erhofft) sowie das Verhalten der muslimischen Herrscher. So suchte der Großmufti von Jerusalem Amin al-Husseini intensiv die Zusammenarbeit mit dem NS-Regime wie auch der irakische Ex-Premier Raschid Ali al-Kilani.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
David Motadel
Für Prophet und Führer
Die Islamische Welt und das Dritte Reich
Verlag Klett-Cotta, Stuttgart 2017, 570 Seiten, € 30,–





