„Da könnten Spuren aus der Vergangenheit im Boden schlummern“: Aus früheren Funden ging bereits hervor, dass sich im Bereich der Friedrichstraße von Kirchheim am Neckar einst das Gräberfeld des historischen Ortes befunden hat. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das nördlich von Ludwigsburg im Großraum Stuttgart gelegene „Reichsdorf“ im Jahr 1003. Eine geplante Bebauung auf zwei Teilstücken des bekannten Areals rief nun Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege Baden-Württemberg (LAD) auf den Plan: Es galt, mögliche Funde zu dokumentieren und zu sichern. Was die Rettungsgrabung zutage förderte, übertraf allerdings die Erwartungen der Archäologen deutlich, berichtet das LAD.
Prächtige Grabbeigaben
Neben der lockeren Belegung durch normale Erdgräber, die wohl das Südwestende des einstigen Gräberfeldes von Kirchheim kennzeichnen, stießen sie auf einen sogenannten Kreisgraben. Es handelt sich dabei um eine Struktur im Boden, die auf einen früheren Grabhügel schließen lässt. Darin entdeckte das Team eine rund viereinhalb mal vier Meter große Zentralbestattung, die aus zwei Einzelgräbern besteht. „Bei der Freilegung zeigte sich, dass es sich um zwei direkt benachbarte Holzkammergräber handelt, die im unteren Teil aus dem Fels gearbeitet waren“, berichtet Dorothee Brenner vom LAD. In der nördlichen Kammer stießen die Archäologen auf die Überreste einer Frau, in der südlichen eines Mannes.
Es zeichnete sich ab, dass beide Gräber leider beraubt worden waren – doch offenbar nicht vollständig: „Die Beraubung fand wahrscheinlich nach Einbrechen der hölzernen Grabkammern statt. Glücklicherweise blieb der Bereich unterhalb der Knie der Toten aber unberührt“, sagt Brenner. Zumindest ein kostbares Objekt entging den Grabräubern aber im oberen Körperbereich des männlichen Toten: Es handelt sich um eine Goldmünze, die ihm in den Mund gelegt worden war. Im Fußbereich des Mannes fand das Team unter anderem einen großen verzierten Kamm aus Knochen sowie Bänder aus Silberblech und einen gläsernen Becher. Außerdem entdeckten sie ein Bronzegefäß, in dem sich die Spuren von organischem Material befanden. Zudem stießen sie auf Abdrücke und Fragmente von Waffen sowie die Spuren von Pferdezaumzeug. Direkt neben dem Kreisgraben fand das Team auch das Grab eines Pferdes, das offenbar mit dem samt Zaumzeug bestatteten Mann in Verbindung stand.
Ein Paar der Oberschicht






