Meinwerk von Paderborn wurde um 976 geboren und starb am 5. Juni 1036 in Paderborn. Er stammte aus der hochadeligen Familie der Immedinger, die sich auf den Sachsenherrscher Widukind (8. Jahrhundert) zurückführte. Meinwerk war einer der herausragenden Vertreter der mittelalterlichen Bischofselite und enger Vertrauter dreier aufeinander folgender Kaiser – Otto III., Heinrich II. und Konrad II. Der Geistliche war aktiv an der Regierung des Reiches beteiligt, unterstützte den König bei militärischen Unternehmungen, fungierte als politischer Berater und Diplomat. Gleichzeitig oblag ihm die Sorge für das Seelenheil der ihm anvertrauten Menschen, er leitete die Liturgie am Altar und stattete seine Kirchen mit kostbaren Büchern für den Messgebrauch, mit goldenem Altargerät und Reliquiaren aus. Während seiner 27-jährigen Amtszeit verwirklichte Meinwerk in seiner Stadt auch ein umfassendes Bauprogramm. Der Dom und die Kaiserpfalz, die Bartholomäuskapelle, die Abdinghofkirche und das Busdorfstift prägen noch heute das Erscheinungsbild Paderborns. Unter Meinwerk entwickelte sich Paderborn zu einem der bedeutendsten politischen und spirituellen Zentren des mittelalterlichen Reichs. Bis heute spielt Meinwerk für die Identität der Kirche von Paderborn und die Erinnerungskultur von Bistum und Stadt eine wichtige Rolle.
Die zweiteilige Ausstellung findet in unmittelbarer Nähe des Hohen Doms in Paderborn an zwei Orten statt: Im Museum in der Kaiserpfalz werden die weltlich-politischen Aufgaben des Bischofs thematisiert, während im Erzbischöflichen Diözesanmuseum die theologisch-geistesgeschichtlichen und kunsthistorischen Aspekte im Mittelpunkt stehen. Dieser Ausstellungsteil würdigt Meinwerk und seine Amtskollegen als Seelsorger und Stifter bedeutender Kunst- und Bauwerke.
Am Beginn der Ausstellung steht die Ernennung Meinwerks zum Paderborner Bischof durch König Heinrich II. und seine anschließende Weihe durch Erzbischof Willigis von Mainz am 9. März 1009 in Goslar. In der Ikenbergkapelle der Kaiserpfalz wird der Besucher in einer szenographischen Installation Zeuge der Zeremonie.
Der Königsdienst (lateinisch „servitium regis“) war eine der wichtigsten Aufgaben, die ein Bischof im Mittelalter zu erfüllen hatte. Dazu gehörten das fürbittende Gebet, die Beratung in geistlichen und politischen Angelegenheiten und die Begleitung des stets durch das Reich reisenden Königshofes. Zwei weitere Aufgaben, nämlich die Beherbergung des umherreisenden Königshofes (sogenannte Königsgastung) und die Beteiligung an militärischen Unternehmungen (Kriegsdienst) werden ausführlich vorgestellt. Im Gegenzug erhielt Meinwerk Privilegien und Schenkungen, wodurch die Wirtschaftskraft und das Ansehen der Paderborner Kirche gesteigert sowie ihr Territorium ausgedehnt wurde.





