Das heiße jedoch nicht, dass die Attentate ohne Wirkung auf die kaiserzeitliche Gesellschaft geblieben seien, betont Marcus Mühlnikel in seiner flüssig geschriebenen Dissertation. Er schildert zunächst Anschläge auf Bismarck, Kaiser Wilhelm I., Kaiser Friedrich III. sowie Kaiser Wilhelm II., analysiert deren Hintergründe und Motive, um dann die persönlichen und polizeilichen Präventivmaßnahmen zu betrachten. Nicht nur die zum Teil skurrilen Attentatsversuche verdienen Aufmerksamkeit, interessant ist die Reaktionsweise der Opfer: Der aufgebrachte Bismarck etwa hatte lange Angst, sich wieder in der Öffentlichkeit zu zeigen, litt unter Schlaflosigkeit und „schwachen Nerven“. Eine Folge seien die rigorosen Sozialistengesetze gewesen.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





