Viele der frühmittelalterlichen Baarerinnen und Baarer wurden gut ausgestattet ins Grab gelegt. Diese Sitte ist charakteristisch für das frühe Mittelalter. Es scheinen feste Regeln für die Bestattung von Frauen, Männern und Kindern gegolten zu haben. Reich mit Schmuck behangen sind die Frauen, bis an die Zähne bewaffnet die Männer. Einige dieser Menschen können in der Ausstellung quasi auf Knopfdruck «zum Leben erweckt werden». Sie erzählen als lebensgrosse Projektion, was es mit ihrem Schmuck und ihrer Ausrüstung auf sich hat. Manche Stationen der Ausstellung lassen sich zudem riechen, ertasten oder erleben.
Die Sonderausstellung im Museum für Urgeschichte(n) (Hofstrasse 15, 6300 Zug, Schweiz, Tel.: +41 / (0)41-728-2880) vom stellt den frühmittelalterlichen Friedhof von der Früebergstrasse in Baar vor und präsentiert die wichtigsten Ergebnisse der wissenschaftlichen Bearbeitung. Darüber hinaus wird sein Umfeld beleuchtet: Wie und wo lebten die Menschen in Baar um das Jahr 700? Wie war ihre Gesellschaft strukturiert, und woran glaubten sie?
Das Rahmenprogramm zur Sonderausstellung bietet zahlreiche spannende Vorführungen, Vorträge und Workshops. Einen besonderen Höhepunkt stellt sicher der 26. Mai dar. Dann heisst es nämlich «Die Alamannen kommen!». Die Gruppe Adalar schlägt ihr Lager auf dem Areal gegenüber dem Museum auf. Weitere Handwerker präsentieren frühmittelalterliches Handwerk und bieten Waren an. Ausserdem gibt es Kostproben aus der (früh-)mittelalterlichen Küche. Die verschiedenen Workshops ermöglichen es, frühmittelalterliche Techniken zu erlernen und zu vertiefen. So kann man einen alamannischen Bogen bauen, ein Messer aus Damaszenerstahl schmieden oder Glasperlen herstellen.
Während der gesamten Dauer der Ausstellung ist auch das Atelier in Betrieb. Dort findet das Publikum während der Öffnungszeiten des Museums eine einfache, vom Frühmittelalter inspirierte Werkarbeit. Das Angebot wechselt ungefähr alle zwei Monate. Für Gruppen und Schulklassen werden spezielle Führungen angeboten. Mehr Informationen zu allen Veranstaltungen des Rahmenprogramms, zum aktuellen Angebot im Atelier und Anmeldeformulare für die Workshops finden sich auf der Homepage des Museums.





