In der Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. erwuchs etwa 15 Kilometer südlich der Kapitale Susa eine Stadt, die rasch zum wichtigsten Zentrum des Reichs Elam aufstieg. Innerhalb kurzer Zeit bauten die elamischen Könige Tepti-ahar und Inschuschinak-schar-ilani monumentale Baukomplexe wie Tempel- und Palastanlagen und die Stadtfläche wuchs auf eine Größe von rund 250 Hektar. Für etwa hundert Jahre florierte die Stadt. Wirtschaftliche und politische Beziehungen wurden zu Nachbarstaaten wie Babylonien aufgebaut. Handel und Kunsthandwerk entwickelte sich, wovon die nun entdeckte Werkstatt und das dazu gehörige Tontafelarchiv reichlich Zeugnis ablegen. Mit dem Ende des 14. Jahrhunderts v. Chr. trat aus unbekannten Gründen eine städtebauliche Stagnation ein. Einige der Monumentalbauten wurden verlassen, andere aufgegeben und deren Ruinen wurden von der Bevölkerung nachträglich für die Errichtung einfacher Behausungen benutzt.
Die Entdeckung einer Tragödie
Archäologen der Universität Mainz unter der Leitung von Behzad Mofidi-Nasrabadi fanden heraus, dass die Stadtbevölkerung am Ende der Besiedlungsphase Opfer eines Massakers geworden war: Zwischen den Behausungen der letzten Bauschicht wurde in einer Straße ein Massengrab mit mehreren hundert Skelettresten entdeckt. Dort waren die Toten hinter einer Mauer willkürlich übereinander angehäuft worden.





