Bei dem Grab handelt es sich um die letzte Ruhestätte einer Priesterin eines ägyptischen Kultes, dessen Ausübung in den germanischen Provinzen des römischen Reiches bisher nur selten nachgewiesen worden konnte. Im Grab selbst wurden sehr kostbare Grabbeigaben gefunden, so zum Beispiel ein goldenes Haarnetz, eine Vielzahl an Keramik- und Glasgefäßen, eine handtellergroße Opferschale aus Bernstein und Götterbüsten aus Schildplatt.
Bei den Büsten ist auffällig, dass sie nicht nur die ägyptischen, zum Heiligtum passenden Gottheiten Serapis und Hermanubis abbilden, sondern dass auch genuin römische Götter wie Mars, Juno, Apollo oder Sol dargestellt werden. Der am Grab der unbekannten Priesterin praktizierte Kult scheint also ein Produkt verschiedener kultureller Strömungen zu sein, die im römischen Reich nebeneinander existierten.
Auch die Materialen, aus denen die Grabbeigaben gefertigt sind, werfen ein Schlaglicht auf die „Globalität“ dieser Epoche: So stammt das Schildplatt, aus dem die Götterbüsten gefertigt wurden höchstwahrscheinlich aus Indien, während der Bernstein für die Opferschale vermutlich aus dem Baltikum kam.
Die Schätze aus dem Priesterinnengrab und andere Funde des archäologischen Teams des Landschaftsverbandes Rheinland sind noch bis zum 3. April im LVR-LandesMuseum in Bonn zu sehen.





