Was eine Renaissance ist, wissen wir – oder glauben es zu wissen. Der französische Begriff wie auch seine italienische Entsprechung rinascita kommt aus dem Lateinischen (re-nasccor, natus, nasci = wiederwachsen, wiedergeboren werden, wieder entstehen). Er bezeichnet die Rückkehr (wörtlich „die Wiedergeburt“) von etwas Altem, von etwas, das früher einmal – wir können die biologistische Herkunft der Metapher ohne weiteres aufrechterhalten – „geblüht“ hat und das in diesem Blühen prinzipiell „gut“ war, weil es, absolut betrachtet, einen positiven Wert darstellte.
Insofern ist eine Renaissance immer auch etwas Überzeitliches, ein nicht auf eine bestimmte Epoche festzulegender Sehnsuchtsort. Wenn wir aber von der Renaissance sprechen, dann meinen wir in der Regel jene Jahrhunderte europäischer Geschichte zwischen 1350 und 1600, in denen in bestimmten Kreisen von Künstlern und Gelehrten das Gefühl erwachte, an die griechisch-römische Antike – oder an das, was man dafür hielt – wieder anknüpfen zu wollen.





