Sein „Zug der Tausend“ war in der Tat ein wagemutiges Unterfangen. Im Mai 1860 war Garibaldi mit einem kleinen Freiwilligenheer von nur 1000 Mann nach Sizilien gezogen. Dort herrschte der Bourbone Franz II. über das „Königreich beider Sizilien“ (das Königreich Neapel und das Siziliens). Garibaldis Sieg im Kampf gegen die zahlenmäßig weit überlegenen bourbonischen Truppen, der dem Davids gegen Goliath glich, ging in den Gründungsmythos der italienischen Einigung ein. Als Garibaldi am 7. September 1860 Neapel eroberte, war sein Triumph perfekt.
Die nationalrevolutionären Kämpfer sollten dennoch nicht das letzte Wort behalten. Der piemontische Regierungschef Graf Camilla Cavour verstand es, die Führungsrolle des Königreichs Sardinien-Piemont für Italien zu behaupten und den jungen Nationalstaat in monarchisch-konstitutionelle Bahnen zu lenken. Und so wurde im Frühjahr 1861 das Königreich Italien ausgerufen.





