In Rom gehe es bei der Massenunterhaltung nur um „Brot und Spiele“. Geprägt hat dieses bekannte Schlagwort der Dichter Juvenal, der in seinen „Satiren“ kritisch darauf hinweist, dass das römische Volk der Kaiserzeit politisch entmachtet sei und sich nicht mehr für Politik interessiere, sondern bloß noch für „Brot und Spiele“. Juvenal (geb. um 60 n. Chr.) bezieht sich zwar konkret auf Gladiatorenkämpfe und Wagenrennen, doch auch Theateraufführungen zählten zu den allseits beliebten Spielen. Auf den Bühnen der Stadt wurden Tragödien, Komödien und zunehmend auch volkstümliche Possen aufgeführt. Gerade im Theater wurde tatsächlich auch Brot an die Zuschauer verteilt. Oft gab es sogar raffiniertere Nahrungsmittel wie Konfekt, Trockenobst oder Gebäck, die man mit Hilfe technischer Vorrichtungen von oben auf die Zuschauer herabregnen ließ. Der Kaiser inszenierte sich durch solche Spenden als Wohltäter.
Theateraufführungen hatten in Rom eine lange Tradition. Als Feiern zu Ehren bestimmter Götter waren sie feste Termine im Veranstaltungskalender. Erinnert wurde mit ihnen an denkwürdige Ereignisse (etwa einen militärischen Sieg), die so im kollektiven Gedächtnis verankert wurden. …
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