Der Altar ist kunsthistorische bedeutend, weil an ihm die Werkstätten zweier führender Künsterpersönlichkeiten des ausgehenden Mittelalters in Südtirol tätig waren: Die Bildtafeln hat Friedrich Pacher aus Bruneck geschaffen und die mittlere Schreinfigur des hl. Korbinian wird Hans Klocker aus Brixen zugeschrieben.
Vor rund 150 Jahren wurden die beiden Flügel des Korbinianaltars vom Schrein getrennt und galten bis zu ihrer Wiederentdeckung als verschollen. In der Barockzeit an die Südseite der Kirche gerückt, wurden 1864 die zwei beidseitig bemalten Drehflügel verkauft. Die Holztafeln wurden in üblicher Weise im Antiquitätenhandel in vier Einzelbilder gespalten und gelangten auf vielen Umwegen in den Besitz des Amsterdamer Kunsthändlers Jacques Goudstikker, dessen Sammlung 1940 zwangsverkauft wurde und teilweise in die Sammlung Hermann Görings in Carinhall einging. Nach dem Krieg wurden sie dem niederländischen Staat rückerstattet und 2006 an die Erben Goudstikkers restituiert. 2007 konnten die Tafeln schließlich von der Tiroler Landesgedächtnisstiftung erworben werden.
Die restauratorische Herausforderung bestand darin, ein ästhetisch schlüssiges und zusammenhängendes Erscheinungsbild des gesamten Altars zu gewährleisten, obwohl die Einzelteile unterschiedliche Vorgängerrestaurierungen und Veränderungen erlebt haben. Dabei konnten und sollten die verschiedenen Spuren von Schicksal und Geschichte aber auch nicht gänzlich zum Verschwinden gebracht werden, da sie für die Authentizität der Werke garantieren.





