Die Jagd auf das runde Leder fesselt Groß und Klein auch im Südwesten – in fast 3500 Vereinen wird in Baden-Württemberg Fußball gespielt. Aber selbst alte Dribbel-Hasen und echte Experten können in der Fußballausstellung noch etwas Neues erfahren – oder Dinge bestaunen, die sie noch nie aus der Nähe gesehen haben: Wer weiß schon, dass in den 1920er Jahren ein junger Mann aus Brötzingen bei Pforzheim in die Welt hinauszog, um beim FC Barcelona ein großer Star zu werden? Noch heute gilt Emilio Walter dort als “bester Verteidiger Spaniens”. Und wer hat je den FIFA-Pokal gesehen? Im Kunstgebäude thront das einzige Exemplar weltweit, das sich in Privatbesitz befindet, mitten im großen Kuppelsaal.
Ausstellungsleiterin Paula Lutum-Lenger erklärt, was die Wissenschaftler des Hauses der Geschichte an diesem Thema fasziniert: „Fußball ist viel mehr als ein Freizeiterlebnis, er ist ein Spiegel der lebendigen Kulturgeschichte. Er weckt bei einer breiten Bevölkerungsschicht ungeahnte Emotionen. Aber er war und ist immer auch politisch. Er ist zudem ein Wirtschaftsfaktor. Und in jüngerer Zeit ist Fußball zunehmend auch Frauensache geworden.“ Fachlich verantwortlich für die Fußballausstellung zeichnet ein dreiköpfiges Expertenteam: Dr. Rainer Schimpf (Teamleiter) sowie Saskia Gregorius und Christian von der Heydt.
Das titelgebende Zitat für die Ausstellung stammt von Jürgen Klinsmann, dem Ausnahmestürmer und späteren Bundestrainer. Kaum einer konnte als Spieler so ausgelassen jubeln wie Klinsmann oder so wütend seinen Frust ablassen. In bestem Schwäbisch formulierte er am 30. Juni 1996 seine Freude über den Gewinn der Europameisterschaft: Das sind „Gefühle, wo man schwer beschreiben kann”, sagte er den Reportern in die Mikrofone.
In der Fußballausstellung bleibt es nicht beim Schauen. Mitmachen ist angesagt. Im Aktionsbereich gibt es Möglichkeiten für alle Altersklassen, den Spaß am Fußball auszuleben: Das Angebot reicht vom einfachen Bolzen auf dem Soccer-Court über das Erlernen von Fußball-Tricks bis hin zu Technikschulungen. Wer mag, kann sich als Kommentator an einem professionellen Sportreporter-Arbeitsplatz des SWR versuchen. Tipp-Kick-Plätze und Tischkicker mit verschiedenen Spielsystemen locken ebenso wie ein Tischkicker-Roboter, den es zu schlagen gilt.
Damit gerade Familien auf ihre Kosten kommen, gibt es zum Auftakt der Ausstellung an zwei Tagen Gratis-Eintritt: Am Eröffnungstag, Sonntag, 28. März, ist die Ausstellung von 15 bis 20 Uhr geöffnet. Ausnahmsweise sind die Tore des Kunstgebäudes auch am Montag, 29. März weit offen, und zwar von 10 bis 18 Uhr.





