In den 1890er Jahren kam langsam Bewegung in die lange vergleichsweise ruhig wirkende Wiener Künstlerszene. Die einzige damals offiziell existierende Künstlerorganisation, die Genossenschaft bildender Künstler Wiens – Künstlerhaus, zog die Kritik ihrer jungen Mitglieder auf sich. Laut Paragraph 1 der Vereinsstatuten bestand der Zweck der Künstlergenossenschaft einerseits in der Förderung der Standesinteressen der bildenden Künstler Wiens, andererseits in deren „geselliger Vereinigung unter sich und mit Kunstfreunden“.
Aus diesem Grund beherbergte das Künstlerhaus auch einen Billard-Klub, die Schützengilde und einen Kegel-Klub. Eine junge Künstlergeneration, die teilweise im Ausland studiert hatte, empfand dies als nicht mehr zeitgemäß. In informellen Künstlerrunden wie der „Haagengesellschaft“ oder dem um Gustav Klimt gruppierten „Siebener Club“ diskutierte man die bestehenden Verhältnisse und tauschte Neuigkeiten aus dem internationalen Kunstgeschehen aus. Die Forderung nach alleiniger Konzentration auf die Kunst wurde dabei zunehmend lauter.





