Von 1603 bis 1609 als Nebenresidenz der Paderborner Fürstbischöfe erbaut, sollte das Bergschloss während der nationalsozialistischen Herrschaft von 1933 bis 1945 zu einem ideologischen Zentrum und Versammlungsort der SS umgebaut werden. Heinrich Himmler ordnete einst an, dass das Schloss mit der Aura des Geheimnisvollen zu umgeben sei und „diese Kleinod für die Hyäne Presse nicht geöffnet werden dürfe.“ Je größer die Macht der SS wurde, umso monumentaler wurden die Bau-Absichten. Eine gigantische Burganlage sollte in Wewelsburg entstehen, das “Reichshaus der SS-Gruppenführer. Umgesetzt werden sollten diese Pläne von Häftlingen eines extra für die Bauvorhaben eingerichteten Konzentrationslagers in Wewelsburg. Von den 3900 Zwangsarbeitern überlebten mindestens 1285 Menschen nicht die dortigen Arbeits- und Lebensbedingungen.
Die jetzige Ausstellung befindet sich in den beiden Untergeschossen des ehemaligen SS-Wachgebäudes, unter anderem im ehemaligen Turn- und Fechtsaal der SS, dem Offizierskasino und dem Luftschutzraum. Den Besucher erwarten rund 1000 Exponate zur Geschichte der Burg unter nationalsozialistischer Herrschaft. Vorbei an einem 1941 von KZ-Häftlingen gebauten Weinkeller werden die Besucher in den Schlossgraben geführt, von wo aus sie die erhaltenen SS-Räume “Gruft” und “Obergruppenführersaal” besichtigen können. Inhaltlich endet die Dauerausstellung nicht 1945, sondern beleuchtet auch die Aufarbeitung des SS-Terrors nach dem Krieg, die heutige Rezeption des historischen Ortes Wewelsburg und das Nachkriegsleben von Tätern und Opfern.
Die neue Dauerausstellung ist weltweit die einzige ständige Ausstellung, die die SS auch in ihren ideologischen Grundlagen und kulturpolitischen Ambitionen zeigt. Von 1935 an wurde beispielsweise an der Wewelsburg der Putz abgeschlagen und der Burggraben vertieft, damit das Schloss trutziger, “burgenähnlicher” wirkte.





