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Gegründet im Zeltspital
Der Deutsche Orden war im Vergleich zu Templern und Johannitern ein Nachzügler unter den großen Ritterorden. Seine Gründung 1190 erfolgte während der Wirren des Dritten Kreuzzugs. Nach dem Verlust des Heiligen Landes rund 100 Jahre später verlegten die Ritter ihr Hauptquartier zunächst nach Venedig.
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Als Folge der schweren Niederlage während der Schlacht bei Hattin am 4. Juli 1187 und dem damit drohenden Verlust des gesamten Heiligen Landes für die Kreuzfahrer wurden alsbald Planungen für einen dritten Kreuzzug aufgenommen.
Die Vorbereitungen nahmen viel Zeit in Anspruch, vor allem da nicht ein einziges Kreuzfahrerheer, sondern zwei Truppenkontingente unterschiedlicher Herkunft organisiert wurden. Zum einen bemühte sich der englische König Richard I. „Löwenherz“ (reg. 1189–1199) im Verbund mit König Philipp II. Augustus (reg. 1180–1223) von Frankreich um einen Kriegszug. Beide wählten überwiegend den Seeweg, um nach Outremer („jenseits des Meeres“), wie die Kreuzfahrerstaaten auch genannt wurden, zu gelangen.
Das zweite Kreuzfahrerheer wurde vom 1155 zum Kaiser gekrönten Friedrich I. „Barbarossa“ ausgehoben, es versuchte, über den Landweg die Levante zu erreichen. Die Route führte den kaiserlichen Heerzug zunächst an der Donau entlang und anschließend über den Balkan.
Beim Überschreiten der Grenze nach Byzanz zeigte sich jedoch schnell, dass der oströmische Kaiser Isaak II. Angelos (reg. 1185–1195 und 1203/04) seine Zusage, freies Geleit zu gewähren, nicht einhielt. Vielmehr trat nun seine zuvor gut verborgene Abneigung gegen die europäischen Kreuzritter zutage, und diese sahen sich immer wieder byzantinischen Angriffen ausgesetzt. Die feindselige Haltung Isaaks II. resultierte aus einem zwischenzeitlich mit Sultan Saladin (reg. 1175–1193) im Geheimen geschlossenen Bündnis.
Nach mehreren Gefechten kam es schließlich im Februar 1190 zu einem Abkommen, wonach dem Kreuzfahrerheer der ungestörte Weiterzug nun doch garantiert wurde. Auf dem Weg in Richtung Kleinarmenien setzten dann aber unter anderem die mit Saladin verbündeten Rum-Seldschuken den Kreuzfahrern mit Angriffen zu.
Der Kaiser stirbt auf dem Weg ins Heilige Land
Mit dem Erreichen Kleinarmeniens Ende Mai 1190 gelangte man wieder in sichere Gefilde, dem Weiterzug nach Seleukia stand nichts im Wege. Unweit der Stadt ereilte das christliche Kreuzfahrerheer jedoch ein schwerer Schicksalsschlag: Kaiser Friedrich I. ertrank bei einem Bad im Fluss Saleph.
Seines Anführers beraubt und von den bisherigen Anstrengungen sicher auch demoralisiert, begab sich ein großer Teil des Heeres über den Seeweg zurück ins Reich. Nur ein kleiner Teil des ursprünglichen Kontingents zog nun unter der Leitung von Friedrich von Schwaben, dem Sohn des verstorbenen Kaisers, weiter. Das Ziel war es, Jerusalem zu befreien.
Schließlich erreichte man im Oktober 1190 Akkon und schloss sich den bereits vor Ort befindlichen christlichen Belagerern der Stadt an. Ende Januar 1191 starb hier Friedrich von Schwaben, womit das Heer erneut ohne Anführer dastand. Herzog Leopold von Österreich übernahm diese Rolle.
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Nicht nur der Weg nach Outremer war von Widrigkeiten geprägt gewesen, auch die Situation vor Akkon war von Hunger, Hitze, Krankheit, Elend und Tod gezeichnet. Spontan spendeten daher 1190 aus Bremen und Lübeck stammende Kaufleute die Segeltücher ihrer Koggen, um daraus ein Zeltspital errichten zu können.
Dort sollten Verwundete, Arme, Kreuzritter und Pilger gepflegt werden. Das Zeltspital erhielt den Namen „Hospital Sankt Mariens der Deutschen zu Jerusalem“, womit die Grundlage zur Entstehung des Deutschen Ordens geschaffen worden war.
„Um zur Ehre Gottes Werke der Barmherzigkeit auszuüben“
Einblick in jenen Gründungsvorgang gewährt die „Narratio de primordiis Ordinis Theutonici“, ein zwischen der Mitte des 13. und der Mitte des 14. Jahrhunderts abgefasster Bericht über die Anfänge des Deutschen Ordens: „Zu jener Zeit, als Akkon von einem christlichen Heer belagert und mit Gottes Hilfe aus der Hand der Ungläubigen befreit wurde, errichteten einige Männer aus den Städten Bremen und Lübeck im Heer unter günstigen Vorzeichen ein Hospital unter dem Segel eines Schiffs, das Kogge genannt wird, um zur Ehre Gottes Werke der Barmherzigkeit auszuüben …, in dieses nahmen sie viele und verschiedene Kranke auf, und indem sie reinen Herzens die Aufgaben der Menschlichkeit erfüllten, sorgten sie mit Sorgfalt und großem Eifer für das Hospital bis zur Ankunft des erlauchten Herzogs Friedrich von Schwaben.“
Friedrich von Schwaben hatte nach seiner Ankunft vor Akkon – kurz vor seinem Tod – das Spital unter seinen besonderen Schutz gestellt. Bereits am 6. Februar 1191 erfolgte – womöglich auf Anregung des Stauferkaisers Heinrich VI. (reg. 1191–1197) – durch Papst Clemens III. (amt. 1187–1191) die offizielle Anerkennung des Deutschen Ordens, der von nun an unter dem besonderen Schutz der Kirche stand.
Er gilt neben den älteren Johannitern (gegr. 1099) und den Templern (gegr. 1118) als dritter großer geistlicher Ritterorden der Kreuzzugszeit. Der Deutsche Orden besteht noch immer, allerdings – nach mehreren Umwidmungen seit dem 19. Jahrhundert – basierend auf der ursprünglichen Gründungsintention als rein karitative Organisation.
Im Dezember 1196, wenige Jahre nach der offiziellen Anerkennung, wurde die noch junge Ordensgemeinschaft von Papst Coelestin III. (amt. 1191–1198) mit den allgemeinen Ordensprivilegien ausgestattet, zudem wurden der gesamte bis dato erworbene Besitz wie auch etwaige Privilegien bestätigt.
Das sicherlich wichtigste Privileg war die freie Wahl des Meisters. Dadurch war die Gemeinschaft in der Lage, ihr Ordensoberhaupt ohne Einwirkung von außen bestimmen zu können, womit erste Hinweise auf die spätere Exemtion des Ordens greifbar werden. War der Deutsche Orden – dessen korrekte Bezeichnung Ordo Fratrum Domus Sanctae Mariae Theutonicorum Ierosolimitanorum lautet – im Gegensatz zu den Tempelrittern zunächst als rein geistlicher Orden gegründet worden,
so erfolgte aufgrund päpstlicher Bestätigung im Februar 1199 die Erhebung zu einem geistlichen Ritterorden.
Fortan existierte neben dem sozial-karitativen Element auch das Militärische innerhalb der Ordensgemeinschaft. Dies äußerte sich beispielsweise darin, dass für den karitativen Aspekt die Regel der Johanniter, für das Militärwesen diejenige der Templer zur Anwendung kam.
Johanniter und Templer sind wenig begeistert
Jene beiden älteren Ritterorden waren es auch, die über die Gründung und rasche Ausbreitung des Deutschen Ordens wenig erfreut sein konnten, da durch dessen Existenz eine ernst zu nehmende Konkurrenz auftrat, wenngleich die verfolgten Ziele doch ähnlich waren.
So kam es bereits in den ersten Jahren nach der Gründung des Deutschen Ordens zu einer intensiv diskutierten Auseinandersetzung um die Tracht der Ordensmitglieder. Seitens der Templer wurde eine zu große Ähnlichkeit zwischen den eigenen Gewändern und denjenigen des Deutschen Ordens angemahnt: Die Templer trugen einen weißen Mantel mit rotem Kreuz, während die Mitglieder des Deutschen Ordens auf ein schwarzes Kreuz zurückgriffen. Schließlich war es die Autorität des Papstes, welche zugunsten des Deutschen Ordens entschied.
Diese Konkurrenzsituation wurde durch eine zunehmende Privilegierung des neuen Ritterordens weiter angeheizt und zeigte sich vor allem nach außen während bzw. als Ergebnis des Kreuzzuges Friedrichs II. (1228/29). Der Staufer verließ sich ganz auf die militärische Präsenz des Deutschen Ordens und ignorierte die anderen Ritterorden schlichtweg.
Er tat dies nicht nur während des Kreuzzugs an sich, sondern insbesondere auch im Zuge der darauffolgenden Verhandlungen zum Frieden von Jaffa am 18. Februar 1229, bei denen die Templer vergeblich hofften, wieder in den Besitz des Tempelberges zu gelangen.
Tatsächlich bestand zwischen den Staufern und dem noch jungen Deutschen Orden eine besonders enge Bindung, die sich auf vielfältige Art und Weise äußerte – und von der zudem beide Seiten profitieren sollten.
Der Orden hielt in besonderer Treue und Zuverlässigkeit zum staufischen Herrscherhaus. Begünstigt durch die engen Kontakte zu den Herrschern gelang es den Rittern innerhalb kürzester Zeit, sich insbesondere innerhalb der Grenzen des Heiligen Römischen Reiches erfolgreich auszubreiten.
Maßgeblich verantwortlich waren hierfür zahlreiche Schenkungen und Privilegierungen aus den Händen der Staufer, insbesondere seitens Friedrichs II. Jene enge Verbindung mag es auch gewesen sein, welche den Historiker Ernst Kantorowicz (1895–1963) zu der Aussage veranlasste, dass Friedrich II. die Gründung des Deutschen Ordens zwar „gern auf die früheren Staufer, ja auf Barbarossa zurückführte, um durch das Alter auch das Ansehen zu erhöhen“, er ihn „aber auch als seine eigene besondere Schöpfung ansprach“, die „allein sein Werk und das des großen Hochmeisters: Hermann von Salza“ gewesen sei.
Ein Hochmeister als Kaiserflüsterer
Hermann von Salza, vierter Hochmeister des Deutschen Ordens (amt. 1210–1239), verstand es hervorragend, die „staufische Sache“ gegenüber der Kurie in Rom zu vertreten, und stand Friedrich II. stets mit Rat und Tat zur Seite. Unter seiner Amtsführung gelangte der Deutsche Orden zu einer ersten Blüte.
Doch auch die staufischen Anhänger und Parteigänger teilten die Begeisterung für den Orden und konnten sich mit dessen Idealen identifizieren, was sich gleichfalls in umfangreichen Schenkungen niederschlug. Vor allem innerhalb der Grenzen des Heiligen Römischen Reichs, aber auch im Mittelmeerraum waren es – in Anlehnung an die Gründungsidee – oftmals Spitäler, die in den Besitz des Deutschen Ordens übertragen wurden und die Ausgangsbasis für etwaige spätere Kommenden bilden konnten. Bekannte Beispiele hierfür sind unter anderem Altenburg (1213), Ellingen (1216), Speyer (1220), Luxemburg (1221) oder Agrigent (1235).
Blickt man auf den Aufbau der Ordensherrschaft im Heiligen Land, so zeigt sich, dass durch die Dominanz der Johanniter und Templer, die das Land bereits weitestgehend unter sich „aufgeteilt“ hatten, für den Deutschen Orden nur noch wenige Nischen übrig blieben.
Zunächst gelang es der Ordensgemeinschaft allerdings seit 1198, also in den ersten Jahren nach der Gründung, sich in den Besitz von Gütern zu bringen. Lagen diese anfangs noch in der Stadt Akkon selbst wie auch in deren Umland, so wurden sie bald durch Besitzungen in Antiochia und Tyros ergänzt.
In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts kam weiteres Eigentum in Tripolis (1209) und Sidon (1228) hinzu. Jener Besitz, den der Orden am Küstenstreifen Palästinas sein Eigen nennen konnte, war vielleicht auch aufgrund seiner zerstreuten Lage, sicher aber wegen der zunehmend schwierigen politisch-militärischen Situation nicht ausreichend, um dort ebenfalls eigenständige Ordensniederlassungen etablieren zu können.
Die südlich von Akkon gelegenen Gebiete bedurften von Beginn an einer besonderen Sicherung. Sie gingen jedoch 1244 durch die Niederlage der Kreuzfahrer in der Schlacht bei Gaza, die auch als Schlacht von La Forbie bekannt ist, endgültig verloren. Immerhin gelang es, den Hauptsitz des Ordens wenn nicht in Akkon, so doch auf der Burg Starkenberg (heute: Montfort im Nordosten Israels) zu etablieren.
Das rasche Wachstum der Ordensgemeinschaft wie auch ihr Ausgreifen über die Levante hinaus erforderten eine wohldurchdachte und strenge hierarchische Organisation, die bereits wenige Jahrzehnte nach der Gründung sichtbar wurde.
Vergleichbar mit einem Kloster gab es einzelne Ordensniederlassungen, welche im Falle des Deutschen Ordens als Kommenden bezeichnet und von einem Komtur als Vorsteher geleitet wurden. Mehrere dieser Ordenshäuser wurden zu sogenannten Balleien, also Ordensprovinzen, zusammengeschlossen, denen wiederum ein Landkomtur vorstand.
In der Hierarchie folgte als Nächstes der Deutschmeister, zuständig für die Balleien innerhalb des Heiligen Römischen Reichs. Mit der Ausbreitung des Ordens in den ostmitteleuropäischen Raum hinein erfolgte hier eine weitere Ausdifferenzierung, sodass die Ämter eines Landkomturs in Livland und von Preußen hinzukamen.
Straffe Organisation begünstigt eine schnelle Ausbreitung
Als Oberhaupt des Ordens fungierte der Hochmeister, unterstützt von den Großgebietigern (Großkomtur = Stellvertreter des Hochmeisters, Ordensmarschall = zuständig für das Kriegswesen, Großspittler = Leiter des Spitalwesens, Ordenstressler = „Schatzmeister“, Ordenstrappier = zuständig für die Gewandung der Ordensmitglieder). Darüber hinaus gab es noch zahlreiche weitere Ämter, welche den Deutschen Orden insgesamt zu einer sehr gut organisierten Institution werden ließen.
Die Mitglieder setzten sich in der Hauptsache aus Ritter- und Priesterbrüdern zusammen. Diese Organisation, verbunden mit der bereits erwähnten erfolgreichen Ausbreitung des Ordens im Heiligen Römischen Reich, war es schließlich, die dem Orden nach dem Verlust Akkons 1291 sein Überleben sicherte.
Doch zuvor war es dem Deutschen Orden – gleichfalls den Johannitern und Templern – noch um die Mitte des 13. Jahrhunderts möglich, weiteren Besitz anzuhäufen. Dabei kam ihnen zugute, dass 1254, mit der Rückkehr des französischen Königs Ludwig IX. nach Frankreich, Palästina nahezu im Chaos versank. Die wichtigen Handelsstädte Genua, Venedig und Pisa sowie Adlige konkurrierten um Macht und Einfluss vor Ort und trachteten danach, die jeweils eigenen Ansprüche durchzusetzen.
Dies führte unweigerlich zu einer Verarmung des ansässigen christlichen Adels, der nun – um des Überlebens willen – dazu gezwungen war, das eigene Hab und Gut zu veräußern. Als potenzielle Käufer kamen allerdings nur noch die Ritterorden infrage, die sich die Situation zunutze machten. So gelang es auch dem Deutschen Orden, weitere Ländereien hinzuzugewinnen.
Ritterorden ziehen nun an einem Strang
Inzwischen hatte sich bei den Ritterorden die Erkenntnis durchgesetzt, dass es zur Sicherung und Wahrung der Herrschaft im Heiligen Land angebracht war, miteinander anstatt gegeneinander zu arbeiten. So war bereits 1258 ein Vertrag ausgearbeitet worden, dessen Gegenstand die Vermeidung bzw. Lösung möglicher Konflikte untereinander war. Das dadurch gewonnene Potential sollte zum gemeinsamen Kampf gegen die feindlichen Muslime genutzt werden, statt sich gegenseitig Besitz und Einfluss streitig zu machen.
Aus diesem Vertrag geht auch die damalige Güterverteilung der drei Orden hervor. So wird deutlich, dass der Deutsche Orden zwar in und um Akkon auf reichen Besitz zurückgreifen konnte, allerdings nördlich der Stadt und vor allem bei Antiochia und Sidon Johanniter wie auch Templer einen deutlich größeren Einfluss geltend machen konnten. Das Wenige, das der Orden dort vorzuweisen hatte, ging im Zuge eines mamlukischen Angriffs unter Sultan Baibars (reg. 1260–1277) 1268 unwiderruflich verloren.
Die Verluste sollten sich in den nächsten Jahren mehren, wobei der größte Aderlass für den Deutschen Orden sicherlich die Einnahme Montforts 1271 durch Baibars war. Somit reduzierten sich die Einflussmöglichkeiten und damit auch Handlungsspielräume immer weiter, bis sich die Gemeinschaft im Verbund mit den anderen Ritterorden nur noch auf Akkon und dessen Erhalt wie auch Verteidigung konzentrieren konnte.
Die politische Lage in dieser Hafenstadt stand zum Ende des 13. Jahrhunderts auf recht wackligen Füßen. Unter äußersten Anstrengungen war schließlich von den politischen Entscheidungsträgern ein Waffenstillstand mit den Mamluken erzielt worden. Doch für die Kreuzfahrer im Heiligen Land war es schwer nachvollziehbar, dass nun ausgerechnet gegen ebenjenen Feind nicht mehr gekämpft werden durfte.
So kam es im Sommer des Jahres 1290 zu einem Massaker an muslimischen Kaufleuten, verübt durch Kreuzfahrer. Da sich die Vertreter der Stadt Akkon jedoch weigerten, sowohl die Übeltäter auszuliefern als auch die geforderte finanzielle Entschädigung zu leisten, musste allen Beteiligten klar gewesen sein, dass jener Frevel nicht ungestraft bleiben würde.
Im März 1291 setzte sich ein mächtiges Heer von Kairo aus in Bewegung mit dem Ziel, die Christen endgültig aus dem Heiligen Land zu vertreiben. Die Verteidiger trafen Vorbereitungen, um einer längeren Belagerung und Kampfhandlungen standhalten zu können. Anfang April 1291 begannen die Angriffe auf die Stadt.
Anfänglich leisteten die Eingeschlossenen tapfer Gegenwehr, doch bald geriet der Widerstand ins Wanken. Die Unterminierung der Stadtbefestigung führte zu einer teilweisen Zerstörung des äußeren Mauerrings, weitere feindliche Angriffe folgten. Am 18. Mai starteten die Angreifer einen erneuten Versuch, in die Stadt einzudringen, der schließlich von Erfolg gekrönt war. Der Großmeister der Templer war unter den zahlreichen Opfern der Ritterorden.
Das Heer der Mamluken besetzte die Stadt. Johanniter, Templer und Deutschordensritter konnten ihre befestigten Niederlassungen noch für kurze Zeit verteidigen. Doch schließlich wurden auch die letzten verbliebenen Ritter überwältigt – das Heilige Land war verloren.
Die Templer und Johanniter zogen sich nach Zypern zurück. Letztere siedelten 1306 von Zypern nach Rhodos um. Für die Tempelritter sollte 1307 das endgültige Ende kommen, als der französische König Mitglieder des Ordens verhaften und vor Gericht stellen ließ. Das Vermögen der Templer wurde eingezogen.
Das Hauptquartier wird nach Venedig verlegt
Der weitere Weg des Deutschen Ordens verlief ganz anders. Auch hier – wie bei den Templern und Johannitern – glaubte die Führung zunächst an die Möglichkeit, das Heilige Land in naher Zukunft wieder zurückzuerobern. Der Deutsche Orden verlegte sein Hauptquartier allerdings weiter weg vom Geschehen – in das wichtige Handelszentrum Venedig.
Innerhalb des Ordens bildeten sich in den folgenden Jahren zwei Lager. Ein Teil der Ordensmitglieder beabsichtigte, in die Levante zurückzukehren, während andere dies als aussichtslos betrachteten und stattdessen eine vollständige Neuorientierung in den ostmitteleuropäischen Raum anstrebten. Letztendlich konnte sich diese Meinung durchsetzen, sodass mit dem Jahr 1309 das Haupthaus des Ordens von Venedig auf die Marienburg an der Nogat verlegt wurde.
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