Zum Inhalt springen
DAMALS - Das Magazin für Geschichte
AnmeldenAbonnieren
  • Geschichte & Archäologie
  • Zeitpunkte
  • Ausstellungen
  • Rezensionen
  • Podcast
  • DAMALS Plus
DAMALS - Das Magazin für Geschichte
  • Geschichte & Archäologie
  • Zeitpunkte
  • Ausstellungen
  • Podcast
  • Rezensionen
DAMALS-Newsletter
Spannende Geschichten aus der Geschichte direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • DAMALS Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen

Kontakt zur Redaktion

DAMALSErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-447
E-Mail: damals@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 DAMALS
Startseite/Geschichte & Archäologie/Artikel
Geheimnis des "goldenen" Schiffswracks gelüftet
Geschichte & Archäologie

Geheimnis des "goldenen" Schiffswracks gelüftet

Diese Goldmünzen und Goldschmuck afrikanischer Herkunft wurden in einem vor England gesunkenen Schiffswrack gefunden. · Foto: © British Museum

Vor gut 30 Jahren entdeckten Taucher vor der Südwestküste Englands ein Schiffswrack mit mehr als 400 afrikanischen Goldmünzen an Bord. Doch woher dieses Schiff vor rund 400 Jahren kam, warum es sank und weshalb es Gold an Bord hatte, blieb offen. Jetzt haben Unterwasserarchäologen und Historiker das Rätsel dieses Wracks gelöst und seine Identität und Geschichte enthüllt.
Autor
Nadja Podbregar
23. Juni 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Geschichte & Archäologie

Vor der Küste vieler Länder liegen bis heute wertvolle Zeitzeugen der Vergangenheit verborgen: die Wracks von vor Jahrhunderten gesunkenen Schiffen. Sie geben Einblick in vergangene Seeschlachten, aber auch in Handelsrouten und den Fernhandel sowie nautische Entwicklungen. Doch nicht immer lässt sich die Identität eines Schiffswracks auf Anhieb klären. Oft sind die Überreste schon so stark zerfallen, dass nur noch einige Artefakte der Ausrüstung und Fracht übrigbleiben.

Goldschatz am Meeresgrund

Dies ist auch bei einem Schiffswrack der Fall, das Taucher der South West Maritime Archaeological Group im Jahr 1995 in der Salcombe Bay in der südenglischen Grafschaft Devon entdeckten. Von den Bauteilen des Schiffs waren nur spärliche Reste von Holz und Tauen sowie der Anker und einige Kanonen erhalten. Über eine Länge von rund 30 Metern lagen jedoch Teile eines echten Goldschatzes verteilt: Das Archäologenteam fand mehr als 400 Goldmünzen am Meeresgrund, außerdem Goldnuggets und Goldschmuck sowie Zinn- und Keramikgefäße.

Nähere Untersuchungen enthüllten, dass diese Goldobjekte afrikanischer Herkunft waren: Die Münzen trugen die Prägung der Saadier-Sultane in Nordwestafrika. Diese muslimische Herrscherdynastie regierte von 1549 bis 1664 über das Gebiet des heutigen Marokko. „Die Entdeckung afrikanischen Goldes am Meeresgrund der Küste von Devon war ein erstaunlicher Fund, der viele Fragen dazu aufwarf, wie es dorthin gelangt sein konnte“, sagt Jeremy Hill, Forschungsleiter am British Museum in London. Die Münzen und weitere Datierungen ergaben, dass das Schiffswrack aus dem 17. Jahrhundert stammen musste. Doch seine Identität blieb unbekannt.

Funde aus dem Wrack

Weitere Funde aus dem Wrack — © British Museum

Identität und Schicksal des Schiffs geklärt

Erst jetzt, gut 30 Jahre später, hat ein Team aus Unterwasserarchäologen und Historikern das Geheimnis des „Goldwracks“ gelüftet. Durch Untersuchungen der Funde und jahrelange Recherche in Archiven gelang es dem Team, die Geschichte dieses Schiffs zu rekonstruieren und seine Identität zu klären. Demnach handelte es sich um das niederländische Handelsschiff „Dom van Keulen“, das im Herbst 1633 von Marokko in Richtung Niederlande segelte. Nordwestafrika war zur damaligen Zeit ein begehrtes Ziel für Handelskompagnien, die dort Waren europäischen Ursprungs gegen hochreines westafrikanisches Gold eintauschten. Viele der in die Niederlande gebrachten Goldmünzen wurden dann dort eingeschmolzen und als Rohstoff für eigene Goldmünzen verwendet.

Warum die „Dom van Keulen“ sank, konnte der Historiker Ian Friel in historischen Aufzeichnungen nachlesen, die er im britischen Nationalarchiv aufspürte. Demnach lief der Frachter im Ärmelkanal in einen heftigen Sturm und schlug leck. Die Besatzung konnte sich zwar retten, aber das Schiff mitsamt Fracht versank nahe der Küstenstadt Salcombe in den Fluten. Wie Dave Parham, Professor für maritime Archäologie an der Bournemouth University, herausfand, hatte die „Dom van Keulen“ zu diesem Zeitpunkt eine reiche Fracht geladen.

Gummi arabicum, Salpeter und Gold

„Die Ladung umfasste unter anderem 150 Säcke Gummi arabicum, 64 Säcke Salpeter, 320 Ziegenfelle und 9000 Golddukaten von der Barbareskenküste“, berichtet Parham. „Dies liefert uns wertvolle Einblicke in den Wohlstand der Saadier-Sultane, den Handel mit afrikanischem Gold und den florierenden Seehandel, der Marokko mit den Niederlanden und Großbritannien verband.“ Wie der Forscher erklärt, wurde der Großteil der wertvollen Fracht der „Dom van Keulen“ schon kurz nach dem Sinken des Schiffs geborgen, aber mehr als 400 Goldmünzen blieben am Meeresgrund. Sie zeugen bis heute von dem einst großen Geschäft mit westafrikanischem Gold.

„Die Geschichte dieses niederländischen Schiffs, das afrikanisches Gold trug und vor der englischen Küste sank, ist daher von internationaler Bedeutung“, sagt Parham. „Und es erinnert uns daran, wie viel es noch immer in den Meeren zu entdecken gibt.“ Er und seine Kollegen haben ihre Erkenntnisse zum Schicksal der „Dom van Keulen“ und ihrem historischen Kontext nun in einem Buch veröffentlicht.

Quelle: Bournemouth University; Buch: From Morocco to the Coast of England: The Story of the Dom van Keulen and its Remarkable Cargo, doi: 10.48582/eh04-q803

GoldGoldmünzenHandelsschiffMarokkoSaadier-SultanatSchiffswrackSeehandelWestafrika

Mehr aus Geschichte & Archäologie

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Geschichte & Archäologie.

Alle Geschichte & Archäologie-Artikel
Ungleiche Besteuerung förderte den Ausbruch der französischen Revolution
Geschichte & Archäologie

Ungleiche Besteuerung förderte den Ausbruch der französischen Revolution

14. Juli 2026

Am 14. Juli erinnert der französische Nationalfeiertag an den Beginn der französischen Revolution. Einer ihrer Auslöser waren Ungleichheiten in der Steuerlast.

Warum eine irische Adelige auf Mussolini schoss
Geschichte & Archäologie

Warum eine irische Adelige auf Mussolini schoss

9. Juli 2026

Am 7. April 1926 versuchte die irische Adelige Violet Gibson, den italienischen Faschistenführer Benito Mussolini zu erschießen. Doch was waren ihre…

Elefanten verraten wahrscheinliche Route Hannibals über die Alpen
Geschichte & Archäologie

Elefanten verraten wahrscheinliche Route Hannibals über die Alpen

7. Juli 2026

Welche Route nahm Hannibal, als er 218 vor Christus mit seinen Kriegselefanten die Alpen überquerte? Eine Studie hat den energetisch günstigsten Weg berechnet.

Verhängnis auf Hawaii
DAMALS PlusGeschichte & Archäologie

Verhängnis auf Hawaii

6. Juli 2026

Auf seiner dritten Reise in den Pazifik verließ James Cook das Glück: Im Zuge einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit Indigenen auf Hawaii wurde er getötet.

← Zurück zu Geschichte & ArchäologieZur Startseite