Die Analysen der Forscher zeigten, dass es sich bei den Krümeln um die Überreste von Käse handelte, den man der Dame etwa um 2.000 v. Chr. als Grabbeigabe auf die Reise ins Jenseits mitgegeben hatte. Der früheste archäologische Hinweis auf Käseherstellung stammt zwar bereits aus der Jungsteinzeit um 5.500 v. Chr., es handelte sich aber um einen indirekten Nachweis von Milch-Rückständen in Gefäßen. Der Mumien-Käse repräsentiert nun hingegen den ältesten direkten Fund von Überresten eines Käses, sagen die Forscher.
Das Rezept des ältesten bekannten Käses
Er wurde durch den Einsatz von Bakterien und Hefe hergestellt, zeigten die weiteren Analysen von Shevchenko und seinen Kollegen. Lab kam hingegen nicht zum Einsatz. Diese Substanz aus den Mägen junger Wiederkäuer wurde ebenfalls bereits schon früh in der Käserei-Geschichte zum Ausfällen des Milcheiweißes eingesetzt. Es geht aber offenbar auch ohne: „Für die Produktion des Mumien-Käses mussten keine Jungtiere geschlachtet werden – ein großer Vorteil dieses Herstellungsverfahrens”, sagt Shevchenko.
Die Käseproduktion könnte dazu beigetragen haben, dass sich Viehhaltung im größeren Maße auch in ganz Asien verbreitet hat, so seine Interpretation. „Die Herstellung dieses Kefir-Käses ist einfach, er wird nicht schnell ranzig oder verdirbt – der Käse hat die besten Voraussetzungen dafür, in Massenproduktion hergestellt zu werden.” Bei der Fermentation mit Kefirknollen entsteht außerdem als Vorstufe zum Käse das als Kefir bekannte probiotische Milchgetränk. Bei beiden Produkten wird die Laktose der Milch durch die Tätigkeit der Mikroorganismen in Milchsäure umgewandelt. Für die in Asien lebenden Bevölkerungsgruppen war dies wichtig, denn bei ihnen ist Laktoseintoleranz die Regel. Unfermentierte Milch bereitet diesen Menschen starke Verdauungsprobleme.





