Als 1986 endgültig klar war, dass der „Jüngling vom Magdalensberg“ kein Original ist, sondern eine Kopie, schien der Glanz seiner atemberaubenden Schönheit ein wenig zu verblassen. Neue Analysen des Metalls und der Gusstechnik ergaben, dass es sich um einen Abguss aus dem 16. Jahrhundert handelt. Dieser war von einer römischen Bronzefigur aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. angefertigt worden, die wiederum die Nachbildung einer hellenistischen Statue war.
Doch die historische Bedeutung der rätselhaften Jünglingsstatue bleibt intakt, sie gilt als einziger römerzeitlicher Fund im Ostalpenraum. Zudem halten Unklarheiten das wissenschaftliche Interesse wach. Vor allem die Frage, wo das römische Original verblieben ist: Spuren aus der Mitte des 16. Jahrhunderts führen nach Spanien in das königliche Schloss von Aranjuez; danach ging die Skulptur in den Wirren der Napoleonischen Kriege verloren.





