Das Königreich Korea war lange Zeit ein von der Außenwelt abgeschottetes Land. Die gewollte Isolierung des Reiches wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts aufgegeben, als die aufsteigende Wirtschaftsmacht Japan die Öffnung koreanischer Häfen für den Handel durchzusetzte. Mit der aufgegebenen Abschottung kamen 1883 auch erstmals deutsche Diplomaten, Händler, Missionare und Reisende in größerer Zahl ins Land. Der Grundstock für die Koreasammlungen vieler deutscher Museen wurde in dieser Zeit gelegt und durch spätere Ankäufe und Schenkungen erweitert.
Thematisch gliedert sich die Ausstellung nach den Epochen der koreanischen Geschichte. Innerhalb dieses historischen Rahmens werden spezielle Themenbereiche anhand von Malereien, Keramiken und Preziosen der Lackkunst vergegenwärtigt. So zeugt die Zurückhaltung und Mäßigung ausstrahlende Skulptur eines Tempeldieners aus der Joseon-Zeit (1392-1910) vom strengen Geist des Konfuzianismus. Das Gemälde des Boddhisattva Avalokiteshvara aus der Zeit der Goryeo-Dynastie (918-1392) hingegen symbolisiert die humanen Ideale des Mahayana-Buddhismus: Das überirdische Wesen des universellen Mitgefühls strahlt durch sein Lächeln Milde und Besonnenheit aus.
Ergänzt wird die Präsentation durch rund 20 Arbeiten des belgischen Fotografen Mark de Fraeye, die in der Kabinett-Ausstellung „Inside – Outside“ vom 13. Oktober 2012 bis zum 28. Februar 2013 im Wannersaal zu sehen ist. Die Architekturfotografien schlagen den Bogen zum heutigen Korea und dokumentieren Leben, Tradition und Kultur auf der Halbinsel.





