Henry Dunant verarbeitete die grausamen Erlebnisse drei Jahre später in seinem berühmten Buch „Eine Erinnerung an Solferino“. Er forderte darin die Gründung freiwilliger Hilfsgesellschaften, die durch internationale Verträge in ihrer Neutralität anerkannt sein sollten. Das Buch wurde ein großer Erfolg: In etliche Sprachen übersetzt, zirkulierte es in den europäischen Fürstenhäusern und rief bei vielen ein Bekenntnis zu den humanitären Ideen Dunants hervor. Innerhalb kürzester Zeit stellte sich der Erfolg ein: Am 8. August 1864 unterschrieben im Genfer Rathaus 26 Delegierte aus 16 Staaten eine Konvention, um das Los verwundeter Soldaten zu verbessern. Fortan sollten Fahnen und Armbinden mit einem roten Kreuz auf weißem Grund die Neutralität garantieren. Das Rote Kreuz wurde in den weiteren kriegerischen Auseinandersetzungen des 19. und 20. Jahrhunderts zur wichtigsten international anerkannten Hilfsorganisation.





