Alles nahm seinen Anfang, als Andreas II. (reg. 1205–1235) aus der Familie der Arpaden im Jahr 1211 ein Schreiben an den Deutschen Orden richtete, da er Hilfe bei der Sicherung seiner Grenze zu den Kumanen benötigte. Bei diesen handelte es sich um ein ursprünglich aus den Steppen Zentralasiens stammendes Nomadenvolk, das sich damals bereits seit über 100 Jahren im Raum zwischen dem heutigen Ungarn und der Ukraine aufhielt. Was für die Anfrage an den Deutschen Orden besonders relevant war: Die Kumanen waren Heiden.
Das Burzenland, um das sich die Ordensritter kümmern sollten, lag im östlichen Siebenbürgen. Im Westen dieser bergigen Landschaft lebten seit Mitte des 12. Jahrhunderts deutschsprachige Siedler, die Siebenbürger Sachsen.
Der Auftrag: Kampf gegen Heiden und Sicherung der Grenze
Der Deutsche Orden erschien dem ungarischen König wohl auch deshalb als eine gute Wahl, da er gerade heiratspolitische Verbindungen nach Thüringen, der Heimat des damaligen Hochmeisters Hermann von Salza, eingefädelt hatte. Andreas’ vierjährige Tochter Elisabeth wurde 1211 mit Ludwig, dem Sohn des thüringischen Landgrafen, verlobt. Sie sollte später als Elisabeth von Thüringen eine der berühmtesten Frauen des Mittelalters werden.
Kampf gegen Heiden und Sicherung der ungarischen Grenze – was nach einem klaren Auftrag für die Ordensritter klang, erwies sich von Beginn an als kompliziertes Unterfangen.
Ein Problem war, dass Andreas als König stark unter dem Druck des ungarischen Adels stand. 1213 eskalierte dieser Konflikt zu einem regelrechten Aufstand, in Zuge dessen die Gattin des Königs, Gertrud von Andechs-Meran, getötet wurde. Die ungarischen Adligen hatten ihr vorgeworfen, sie begünstige die eigene Verwandtschaft zulasten der Ungarn. Bereits zwei Jahre nach der Ankunft der Ordensritter war die politische Lage vor Ort also extrem angespannt.
Laut der Einladung von Andreas II. im Jahr 1211 sollte der Deutsche Orden das „öde und unbewohnte“ Burzenland als Lehen erhalten und dort neben dem Kampf gegen die Kumanen auch für eine bäuerliche Besiedelung sorgen. Er durfte zu diesem Zweck Burgen und Städte aus Holz bauen.
Offensichtlich dehnten die Ritter ihr Einsatzgebiet aber bald über das ihnen zugewiesene Territorium hinaus aus – zunächst wohl im Einvernehmen mit dem ungarischen König. Sie errichteten in den eroberten Gebieten eine befestigte Siedlung: die Kreuzburg. Im Burzenland selbst, wo sich bereits nach wenigen Jahren tatsächlich zahlreiche deutsche Bauern aus dem Reich niederließen, wurden fünf weitere Burgen gebaut – einige, etwa die Marienburg bei Kronstadt, auch aus Stein, eigentlich ein königliches Privileg. Dass wohl auch deutsche Bauern aus dem Reich Andreas II. abgeworben wurden, sorgte für weitere Verstimmung.





