Außerordentlich eindrucksvoll liest sich vor allem Wollers Darstellung der „entgrenzten Gewalt“, derer sich das imperiale Italien, das sich nach Mussolinis Visionen zu einem Großreich zwischen Indischem und Atlantischem Ozean entwickeln sollte, im Abessinien-Krieg 1935 und danach schuldig machte. Mussolini beschwor eine Politik des „Terrors und der Ausrottung“ gegen die äthiopische Elite, ließ Giftgas einsetzen und ganze Landstriche in Schutt und Asche legen. Insgesamt sind in diesem Konflikt mindestens 330 000 abessinische Opfer, darunter etwa ein Drittel Zivilisten, zu beklagen; etwa 25 000 italienische Soldaten sind gefallen.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





