Das Ergebnis ist auf fast 1000 Seiten vor kurzem erschienen. Es kann insgesamt überzeugen, auch wenn man sich – wie bei einem solchen, dazu von einem einzelnen Gelehrten gestemmten Monumentalwerk nicht anders zu erwarten – manches ausführlicher und einiges anders gewünscht hätte.
Doch der Reihe nach: Marek führt knapp in die Grundlagen ein (insbesondere die komplizierte Geographie hätte eigentlich mehr Raum verdient) und behandelt dann ebenfalls recht kurz das prähistorische Anatolien. Den vorhellenistischen Zivilisationen, von den Hethitern bis zu den Achaimeniden, wird insgesamt ein Viertel des Bandes zugemessen. Teilweise hinkt die Darstellung ein wenig hinter dem Forschungsstand her, so etwa im Umfeld des „Seevölkersturms“ am Ende der Bronzezeit, zu dem wichtige Literatur unberücksichtigt bleibt.
Richtig in Fahrt kommt die Geschichte mit Anbruch des Hellenismus: Alexander, die Diadochen, Galater, die Kriege mit Rom – all das wird in großer Dichte und Vollständigkeit referiert. Dasselbe gilt für die römische Periode. Die römische Herrschaft wird in all ihren Facetten sehr schön lebendig, von der Provinzialverwaltung über die Städte bis hin zu Wirtschaft, Religion und Gesellschaft. Vor allem erschließen die Kapitel zur hellenistisch-römischen Zeit eine Fülle – gerade auch epigraphischen und oft schwer zugänglichen – Quellenmaterials.
So wird das Buch auch in der Hand altertumswissenschaftlicher Fachleute zu einem immens nützlichen Kompendium, das bislang verstreutes Material zu einer im Grunde längst überfälligen Gesamtschau verdichtet. Einzig der oft allzu behäbige Stil und die bisweilen etwas ideenlose Aneinanderreihung von Ereignissen trüben den Genuss bei der Lektüre dieses wichtigen Buchs.
Rezension: Dr. Michael Sommer





