Ausgehend von dem Begriff der „Gewaltgemeinschaft“ beleuchtet Querengässer folglich nicht nur Armeen, sondern auch von Warlords geführte Banden, Terroristen oder paramilitärisch organisierte Gruppen in lateinamerikanischen Drogenkriegen. So entsteht ein breites Panorama, das Ursachen und Abläufe von Kämpfen, transkulturelle Konflikte oder das Verhältnis von Militär und Zivilbevölkerung ebenso betrachtet wie die kulturelle Verarbeitung von Kriegsgewalt in verschiedenen Medien. Der systematische Aufbau hilft, nicht in einer endlosen Fülle grausamer Details unterzugehen. Das Ergebnis ist düster, denn trotz oder wegen allen Wandels im Laufe der Geschichte: Kriegsgründe gingen den menschlichen Gesellschaften nie aus.
Rezension: Dr. Sebastian Rojek
Alexander Querengässer
Gewalt
Eine Kulturgeschichte des Krieges
BeBra Verlag, Berlin 2025, 463 Seiten, € 30,–





