Die Sammlung verbindet museale Kunst des Mittelmeerraumes mit der Archäologischen Lehrsammlung für Studierende. Sie umfasst aktuell mehr als 550 Objekte der griechischen, etruskischen und römischen Antike, darunter Meisterwerke griechischer Vasenmalerei, Reliefs und Marmorportraits. Mit den Architekturfragmenten einer Tempelanlage aus Baalbek (Libanon) im Foyer der Sammlung bekommen Besucherinnen und Besucher einen Eindruck der Monumentalität römischer Bauten. Die 800 Gipsabgüsse antiker Statuen und Reliefs bieten einen Querschnitt antiker Kunst, deren Originale in Museen weltweit stehen.
Zur Wiedereröffnung wird die Sonderaustellung „Skulpturen in Pergamon. Gymnasion – Heiligtum – Palast“ gezeigt, die bis Ende Juli 2011 zu sehen ist. Die Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung preußischer Kulturbesitz haben dazu wichtige originale Leihgaben zur Verfügung gestellt und mit der Freiburger Sammlung kooperiert. Im Zentrum steht das Gymnasion von Pergamon, wo der Freiburger Professor für Klassische Archäologie und Leiter der Sammlung, Prof. Dr. Ralf von den Hoff, von 2004 bis 2009 2 zusammen mit dem Deutschen Archäologischen Institut Ausgrabungen durchgeführt hat. Die Sonderausstellung wurde zusammen mit Studierenden der Universität Freiburg erarbeitet. Auf diese Weise fließen Ausstellungsprojekte in die archäologischen Lehrveranstaltungen mit ein und vermitteln berufsorientierte Kenntnisse. Auch in Zukunft werden Sonderausstellungen in der Archäologischen Sammlung der Universität Freiburg stattfinden.
Das Sammeln antiker Kunst hat an der Universität Freiburg eine lange Tradition, die mehr als 150 Jahre zurückreicht. Prof. Dr. Anselm Feuerbach beantragte 1839 Kopien antiker Originalstatuen für die Lehre. Mit diesen Gipsabgüssen begründete er den systematischen Aufbau einer Archäologischen Sammlung in Freiburg. Solche Abguß-Sammlungen boten im 18. und 19. Jahrhundert oft die einzige Gelegenheit, eine konkrete Anschauung von den vielbewunderten und für vorbildlich erachteten Bildwerken des Altertums zu gewinnen. Feuerbachs Nachfolger, Prof. Dr. Franz Studniczka, erwarb für die Sammlung nach und nach weitere Gipsabgüsse, so dass sie 1900 auf etwa 300 Exponate angewachsen war. Prof. Dr. Otto Puchstein hingegen, Professor für Klassische Archäologie in Freiburg von 1896 bis 1905, sorgte für einen prominenten Zuwachs unter den Originalstücken: Von 1900 bis 1904 leitete Puchstein die Ausgrabungen in den römischen Tempelanlagen von Baalbek im Libanon und konnte über 40 Fragmente kaiserlicher Architekturornamentik mit Erlaubnis der osmanischen Antikenverwaltung aus Baalbek nach Freiburg transferieren.
Die Professoren der Klassischen Archäologie setzen sich auch zu Beginn des 20. Jahrhundert dafür ein, die Abguß- und Orginialsammlung zu erweitern, doch mit dem Wachsen der Sammlung wurde deren Raumproblem immer offensichtlicher. Im Juli 1919 beschwerte sich der Dekan Edmund Husserl in einem Brief an das Kultusministerium in Karlsruhe über die Unterbringung der Sammlung: „(…) Es dürfte keinen anderen Fall an einer deutschen Universität geben, in dem wertvolles Unterrichtsmaterial infolge der mangelhaften Unterbringung seit vielen Jahren nahezu völlig brach liegt.“





