Ergiebig für die umfangreiche Studie schien den Archäologen ein Areal nahe der Porta Stabia, eines der belebtesten Tore der Stadt, zu sein. Der Untersuchungszeitraum reichte vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis zum Untergang der Stadt im Jahre 79 n. Chr. Zehn separate Gebäude und 20 Ladenlokale geben einen Einblick in das alltägliche Leben; Essensreste und Exkremente aus Kanälen, Latrinen und Klärgruben liefern dazu Informationen zur Ernährungsweise der Menschen.
Es zeigte sich, dass es in enger Nachbarschaft große sozio-ökonomische Unterschiede gab. Günstige und lokale Produkte wie Getreide, Früchte und Oliven standen fast überall auf dem Speiseplan. Manchmal finden sich teurere Produkte wie gesalzener Fisch aus Spanien oder exotisches Fleisch. Im Abwasserkanal eines Restaurants im Zentrum des untersuchten Areals fanden sich Reste von Schalentieren und Seeigeln sowie die Hüfte einer Giraffe. „Dass ein solcher Knochen im Küchenabfall eines mittelklassischen, pompejianischen Restaurants landete, spricht nicht nur für den Fernhandel von exotischen und wilden Tieren, sondern auch für den Reichtum, die Vielfalt und das breite Angebot einer nicht-elitären Ernährung“, erklärt Ellis.





