Neben Appellen zur äußersten Sparsamkeit im Umgang mit Kleidung griff das nationalsozialistische Regime ab 1939 mit Bezugsscheinsystem und Reichskleiderkarte direkt in den Kleiderkonsum ein. Kleidung diente auch der Ideologie von “Volksgemeinschaft” und Rassismus. Die Uniformen für Parteiorganisationen und Wehrmacht schufen eine sichtbare Einheit. Die Regierung diktierte andererseits “Judensterne” als textile Kennzeichen für eine ganze Bevölkerungsgruppe, die sie ausgrenzte.
“Die meisten Exponate”, so Claudia Gottfried, Leiterin des LVR-Industriemuseums Ratingen, “kommen aus unserer eigenen Sammlung. Auf der einen Seite moderne Kleider, die sich am Stil der internationalen Mode orientieren, auf der anderen Seite einfache Alltagskleidung bis hin zu den dürftigen Kleidern aus den letzten Kriegsjahren.” Stoffe und Schuhe aus Ersatzmaterialien, Kleiderkarten, Modezeitschriften sowie eine große Zahl von Zeitzeugen-Fotos vervollständigen das Bild der Mode und des Kleidungsverhaltens.
Die Ausstellung “Glanz und Grauen – Mode im Dritten Reich” entstand in Kooperation mit der Philipps-Universität Marburg, Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft, die gemeinsam mit dem LVR-Industriemuseum im Rahmen eines von der VolkswagenStiftung geförderten Forschungsprojektes Kleidung und Kleidungsverhalten in den 1930er und 40er Jahren untersucht. Zur Ausstellung erscheint eine Begleitpublikation. LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford Cromforder Allee 24 40878 Ratingen





