Hochgeschätzte Werke mittelalterlicher Kunst aus Köln sind heute über die großen Sammlungen der Welt verteilt und zählen dort zu den kostbaren Stücken. Die Ausstellung zeigt 225 Spitzenstücke mittelalterlicher Kölner Kunst. Zahlreiche Leihgaben internationaler Museen kehren zurück in die Domstadt – aber nur für kurze Zeit. Die Spitzenwerke etwa aus Berlin, Darmstadt, Nürnberg, München, London, Paris, Budapest, Wien, Lissabon, New York, Philadelphia, Washington, Cleveland, Detroit, Chicago und Los Angeles waren zum Teil seit Jahrhunderten nicht mehr in Köln zu sehen. Ihnen zur Seite gestellt sind bedeutende Stücke aus rheinischem Kirchenbesitz – kostbare liturgische Gegenstände, entstanden im mittelalterlichen Köln, die teilweise noch heute im Gebrauch sind. Immer wieder vereint „Glanz und Größe des Mittelalters” dabei Stücke, die ursprünglich zusammengehörten oder aber der Hand des gleichen Künstlers oder der gleichen Werkstatt entstammen und oft seit ihrer Entstehung vor über 500 Jahren nicht mehr zusammen zu sehen waren – und vermutlich auf lange Sicht nicht mehr gemeinsam zu sehen sein werden.
Die Ausstellung bietet 500 Jahre Kölner Kunst von der Romanik über die Gotik bis zum Beginn der Renaissance. In einer einzigartigen Zusam¬menschau der Gattungen werden kostbare Elfenbeinschnitzereien und Goldschmiedearbeiten, feinste Buch- und Tafelmalereien, edle Textilien, prächtige Glasmalereien und meisterhafte Bildschnitzereien gezeigt. Damit werden nicht nur die wichtigsten Aspekte Kölner Kunstschaffens im Mittelalter dargestellt sondern die Schau erlaubt auch einen aufschlussreichen Blick auf die Vernetzung der Künste in der mittelalterlichen Metropole.
Kunst im Mittelalter wurde nicht um ihrer selbst willen geschaffen, sondern für einen bestimmten Zweck. Auftraggeber waren Herrscher, Geistliche und Bürger. Der Reichtum im Kölner Erzbistum erlaubte in der Romanik die Gründung vieler neuer Klöster, Kirchen und Stifte, die prachtvoll ausgestattet wurden. In der Gotik kam der ehrgeizige Bau des großen Doms hinzu, der hauptsächlich von Erzbischof und Domkapitel getragen wurde.
Auch die Bürger im Rat, die Kaufmanns- und Tischgesellschaften und die Zünfte wurden zu Auftraggebern von Kunstwerken. In ihrem Bedürfnis, ein sichtbares Zeugnis ihrer Frömmigkeit als Zeichen für eine gute Jenseitsvorsorge zu stiften, aber auch in ihrem Repräsentationsbedürfnis, investierten die Wohlhabenden einen beträchtlichen Teil ihres Vermögens in Stiftungen im öffentlichen Raum – etwa in Kirchen und deren kostbare Ausstattung.
Obwohl es in Köln keinen dauerhaften königlichen oder kaiserlichen Hof gab, erwuchs aus der privilegienreichen Sonderstellung im Reich der große Stolz der Stadt. In den kostbar gestalteten und mit Reichssymbolen versehenen Lobgedichten und an Stadtchroniken ist dieser Stolz abzulesen.





