Die Normannen, die im 11. Jahrhundert die Normandie verließen, waren Nachfahren skandinavischer Wikinger, die sich im 9. und 10. Jahrhundert in Nordfrankreich niedergelassen hatten. Von den „Nordmännern“, wie lateinische Autoren der Karolingerzeit diese Piraten bezeichneten, bekam das Gebiet zwischen Seine und Loire seinen Namen. Der westfränkische König Karl III. (gest. 929), wenig schmeichelhaft später „der Einfältige“ genannt, obwohl er eigentlich gar nicht so dumm war, trat dieses Territorium an den Wikinger-Anführer Rolf (Hrolfr) – in den fränkischen Quellen Rollo – ab. Dafür nahm dieser das Christentum an und schwor dem Herrscher Treue.
In wenigen Generationen integrierten sich die Wikinger ins Karolingerreich, und ihre Anführer gehörten bald zur fränkischen Führungsschicht. Rolfs Enkel und Urenkel, Richard I. (gest. 996) und Richard II. (gest. 1026), führten als Herzöge der Normandie ein strenges Regiment. Wer sich nicht einfügte, wurde ausgewiesen. …
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Prof. Dr. Hubert Houben





